19:11 05 Dezember 2019
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    S-400 in Sewastopol (Archiv)

    „USA sollen nachdenken“: Russischer Politiker gibt Ratschlag in Bezug auf S-400-Deal mit Türkei

    © Sputnik / Alexej Malgawko
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    Die USA und die Nato sollten laut Franz Klinzewitsch, einem Mitglied des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des russischen Föderationsrates, über die Gründe nachdenken, warum die Türkei die russischen S-400-Raketenabwehrsysteme erworben hat, anstatt Sanktionen zu verhängen.

    „Es ist abwegig, zu glauben, dass ein so erfahrener Politiker wie der türkische Präsident Recep Erdogan bei der Entscheidung über den Kauf von S-400 nicht tausend Mal alle möglichen Risiken kalkuliert hat, einschließlich natürlich der US-amerikanischen Sanktionen gegen sein Land. Die Entscheidung wurde jedoch getroffen“, schrieb Klinzewitsch in einer Facebook-Notiz.

    Ihm zufolge bedeutet dies, dass es ernsthafte wirtschaftliche, politische und militärische Gründe dafür gab.

    „Also greife ich zu einem Zitat aus ˏHamletˊ von William Shakespeare: ˏEtwas ist faul im Staate Dänemarksˊ. Dies ist es, worüber meines Erachtens die Vereinigten Staaten und die Nato zuallererst nachdenken sollten, anstatt die Türkei durch Sanktionen einzuschüchtern“, heißt es in der Notiz weiter.

    Zuvor teilte die Nachrichtenagentur Bloomberg mit, dass die USA die Verhängung von Sanktionen gegen die Türkei wegen der Lieferung der russischen S-400 ankündigen wollen.

    Ankunft der S-400-Raketensysteme in der türkischen Militärbasis Akinci
    © REUTERS / Turkish Military / Turkish Defence Ministry / Handout

    Das türkische Verteidigungsministerium hatte am Freitag den Beginn der Lieferungen von S-400-Systemen an das Land angekündigt. Später bestätigte die für militärtechnische Zusammenarbeit zuständige russische Behörde FSWTS diese Informationen. Inzwischen teilte die Türkei mit, das fünfte und sechste Flugzeug hätten am Sonntag weitere Elemente des russischen Raketensystems S-400 ins Land geliefert.

    Russische S-400 für Ankara

    Die Entscheidung der Türkei, die Raketenabwehrsysteme S-400 aus russischer Produktion zu kaufen, hat die Beziehungen zwischen Ankara und Washington stark belastet. Das Pentagon hat das türkisch-russische Abkommen als direkte Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA wahrgenommen.

    Anfang des Monats drohte der damalige amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan in einem Brief an die Regierung in Ankara mit einem Zurückfahren der militärischen Zusammenarbeit. Außerdem würden keine weiteren Piloten zur Ausbildung an F-35-Kampfjets zugelassen. Auch hatten die USA die Lieferung von Ausrüstung für die F-35 gestoppt.

    Die Türkei ignorierte jedoch alle Drohungen. Zuvor erläuterte Recep Tayyip Erdogan, warum das Land russische S-400-Komplexe benötige. „Wir werden dieses System einsetzen, falls wir attackiert werden. Aus diesem Grund investierten wir so viel darin“, so der türkische Präsident.

    pd/mt/sna

     

     

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    Tags:
    Franz Klinzewitsch, Türkei, S-400