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01:50 16 Oktober 2019
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    Angehöre von IS-Anhängern (Arhivbild)

    Irakisches Außenministerium fordert aktivere Rücknahme von „IS-Kindern“ durch Heimatländer

    © AFP 2019 / DELIL SOULEIMAN
    Politik
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    Das irakische Außenministerium hat die Heimatländer von mutmaßlichen Anhängern der Terrororganisation „Islamischer Staat“* am Montag in einer Erklärung unter anderem dazu aufgefordert, die Kinder der IS-Kämpfer in Abstimmung mit Bagdad aufzunehmen.

    Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden der Behörde zufolge schon knapp 500 Kinder von mutmaßlichen IS-Terroristen in deren Heimatländer zurückgeführt.

    Bagdad ruft die entsprechenden Länder außerdem dazu auf, deren junge Landsleute, die ihre Haftzeit bereits hinter sich hätten, ebenfalls zurückzuholen.

    „In diesem Zusammenhang fordert das (irakische – Anm. d. Red.) Außenministerium alle Länder auf, ihre Bemühungen zu verstärken, um die Kinder ihrer Staatsbürger, die in die Reihen des IS gerieten und zusammen mit ihren von irakischen Justizbehörden verurteilten Müttern zurückgelassen wurden, sowie junge Menschen, deren Haftzeit zu Ende ist, zurückzunehmen“, heißt es in der Erklärung.

    Das irakische Außenministerium hat bisher 473 Kinder von IS-Anhängern aus unterschiedlichen Ländern, darunter auch Staaten Europas und der ehemaligen UdSSR, an deren Herkunftsländer überstellt.

    Zuletzt wurden am vergangenen Mittwoch 33 Kinder aus dem Irak nach Russland zurückgeführt.

    Laut russischen Behördenangaben war das nicht die erste Rückführung von IS-Kindern in die Russische Föderation. Insgesamt wurden bisher 90 Kinder nach Russland zurückgeholt. Zudem sollen alle Rückführungen von russischen Staatsbürgern im August dieses Jahres abgeschlossen werden.

    Im Zusammenhang mit den Rückführungen von Familienangehörigen gefangener oder getöteter IS-Anhänger hatten die Vereinten Nationen mehrfach angemahnt, dass Länder wie Deutschland oder Frankreich Frauen und Kinder von ausländischen IS-Kämpfern in ihre Heimat zurückbringen.

    „Ausländische Familienmitglieder sollen in ihre Heimat zurückgeholt werden, wenn ihnen nicht wegen Verbrechen ein Prozess nach internationalen Standards gemacht wird”, forderte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, zum Auftakt der dreiwöchigen Sitzung des Uno-Menschenrechtsrates am 24. Juni in Genf.

    Ein deutsches Gericht hat in der vergangenen Woche erstmals entschieden, dass die Bundesregierung verpflichtet ist, Angehörige von IS-Kämpfern nach Deutschland zurückzuholen. Das Auswärtige Amt wurde damit zugleich aufgefordert, unverzüglich die Identität dreier minderjähriger Kinder im syrischen Flüchtlingslager al-Haul festzustellen und ihnen danach zusammen mit ihrer Mutter die Rückreise nach Deutschland zu ermöglichen.

    * Terrororganisation, in Russland verboten

    am/gs

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