01:32 18 November 2019
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Auftritt im deutschen Bundestag

    Angela Merkel beim Sachsen-Besuch umjubelt und ausgepfiffen

    © REUTERS / HANNIBAL HANSCHKE
    Politik
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    Am Montag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Siemens-Standort in Görlitz besucht und wurde im Anschluss vom Ministerpräsidenten Michael Kretschmer in Dresden empfangen. Bei einem Frauennetzwerktreffen ist sie bei Themen wie Gleichberechtigung und Ökologie begeistert gefeiert, am Rande aber laut der dpa von den Pegida-Anhängern ausgebuht worden.

    In Görlitz war die Stimmung offenbar positiv. Der Siemens-Konzern will mit dem Land Sachsen und der Fraunhofer-Gesellschaft auf seinem Görlitzer Werksgelände einen Innovationscampus entwickeln, in dem sich High-Tech-Firmen, Start-ups und Forschungsinstitute niederlassen.

    Etwa 30 Millionen Euro sollen darin investiert und rund einhundert neue Jobs geschaffen werden. Auch ist von einem Labor die Rede, in dem Siemens und Fraunhofer die Wasserstoffforschung vorantreiben wollen. Nach den Worten von Siemens-Chef Joe Kaeser geht es darum, sich auf die Zeit nach der Kohle vorzubereiten. Es sei viel über Strukturwandel gesprochen worden, jetzt sei es an der Zeit, zu handeln.

    Merkel lobte das Engagement für den Standort Görlitz und zeigte sich von dem dort gefertigten Produkt fasziniert. Solche Präzisionsturbinen ließen ein „Physikerherz“ höher schlagen, so Merkel. Wichtig sei, dass aus der Industrieregion eine Innovationsregion werde. Mit der Forschung zur Wasserstofftechnologie sei dafür ein Grundstein gelegt. 

    Bei einem Frauennetzwerktreffen im Albertinum später in der Dresdener Altstadt soll die Bundeskanzlerin später dafür plädiert haben, dass Frauen und Männer in allen Lebensbereichen gleichmäßig vertreten werden. „Unser Ziel muss Parität an allen Stellen sein“, sagte sie. Mit Frauen kämen andere Themen ins Gespräch wie Pflege, Familie, Ernährung oder Homöopathie. Daneben warb sie für mehr Debattenkultur. „Wir dürfen nicht verlernen, uns über verschiedene Meinungen auszutauschen.“ Der Kompromiss sei dabei das „Allerwichtigste“, er müsse am Ende akzeptiert werden. 

    Pegida-Demonstranten plötzlich da

    Anderthalb Stunden später ist Merkel von den Anhängern des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses ausgepfiffen und ausgebuht worden. Etwa 50 Menschen sollen  vor dem Albertinum in der Altstadt „Hau ab“ und „Merkel muss weg“ gerufen haben. Abgeschirmt von Polizei und Sicherheitskräften verschwand Merkel in dem Gebäude. Sie sollte dort eine Impulsrede halten und gemeinsam mit Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) Fragen beantworten.

    Die Polizei soll daneben gegen drei Teilnehmer der Demonstration Ermittlungsverfahren eingeleitet haben. Ein 20-Jähriger habe der Polizei zufolge einen Medienvertreter mit einer Plastikflasche beworfen. Gegen den Mann werde wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Ein weiterer 31-jähriger Demonstrant habe den Hitlergruß gezeigt. Gegen ihn wurde demnach ein Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Im Anschluss an die Demonstration habe ein 48-Jähriger im Gespräch mit Gegendemonstranten laut Polizei offenbar den Holocaust geleugnet. Gegen ihn werde wegen Volksverhetzung ermittelt.

    lk/dpa

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    Tags:
    CDU, Bundesregierung, Siemens, PEGIDA, Michael Kretschmer, Sachsen, Angela Merkel