09:11 17 November 2019
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    IWF-Chefin Christine Lagarde

    Lagarde reicht Rücktritt beim IWF ein – Interimschef bleibt

    © AP Photo / Firdia Lisnawati
    Politik
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    IWF-Chefin Christine Lagarde hat ihren Rücktritt beim Internationalen Währungsfonds eingereicht. Dieser greift ab dem 12. September, erklärte die Französin am Dienstag.

    Bis dahin lässt sie aber ihre Aufgaben weiterhin ruhen. Lagarde wurde Anfang Juli nominiert, um ab November die Europäische Zentralbank (EZB) zu leiten. Seitdem hatte sie ihr Amt in Washington vorläufig niedergelegt. Zum Interimschef wurde Lagardes Stellvertreter David Lipton berufen, ein US-Ökonom. Lagarde sagte, sie habe mittlerweile mehr Klarheit über ihre Nominierung zur EZB-Chefin.

    Die Europäer haben bereits wieder Anspruch auf den IWF-Chefposten angemeldet. Die Personalie dürfte Thema beim Treffen der Finanzminister aus den sieben wichtigen Industriestaaten am Mittwoch und Donnerstag in Frankreich werden. Als potenzielle Kandidaten gelten Bundesbank-Chef Jens Weidmann sowie seine Kollegen aus Großbritannien und Finnland, Mark Carney und Olli Rehn. Auch über den früheren niederländischen Finanzminister Jeroen Dijsselbloem und die dänische EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager wurde schon spekuliert.

    Das IWF-Spitzengremium nahm den Rücktritt an und würdigte die Verdienste der Französin. Sie habe das Wirken des Fonds nach der Weltfinanzkrise maßgeblich geprägt. Der IWF werde sich nun umgehend um eine Nachfolgeregelung kümmern.

    Potenzielle Kandidaten

    Als potenzielle Kandidaten gelten Bundesbank-Chef Jens Weidmann sowie seine Kollegen aus Großbritannien und Finnland, Mark Carney und Olli Rehn. Auch über den früheren niederländischen Finanzminister Jeroen Dijsselbloem und die dänische EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager wurde schon spekuliert.

    Zuvor war berichtet worden, dass die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, Mario Draghi an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) nachfolgen soll. Darauf verständigten sich die EU-Staats- und Regierungschefs am 2. Juli in Brüssel, wie Ratspräsident Donald Tusk mitteilte. Die EU-Staaten nominierten sie offiziell. Die Entscheidung fiel am 2. Juli bei einem EU-Sondergipfel in Brüssel.

    Die Amtszeit bei der EZB dauert acht Jahre. Der Präsident kann nicht wiedergewählt werden. Die Zentralbank mit Sitz in Frankfurt entscheidet wichtige Fragen der Geldpolitik in der Euro-Zone und bestimmt unter anderem den Leitzinssatz, der auch für Sparer und Kreditnehmer wichtig ist. Die EZB soll zudem für Preisstabilität sorgen.

    Lagarde (63) gilt als Grande Dame der Finanzwelt. Die Französin steht seit 2011 - nach dem unrühmlichen Abgang ihres Landsmannes Dominique Strauss-Kahn - als erste Frau an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Sie gilt als gut vernetzte, geschickte Verhandlerin. Vor ihrer Laufbahn beim IWF hatte sie sich als Anwältin und später als Ministerin einen Namen gemacht. Beim IWF wurde sie zu einer der zentralen Figuren in der Euro-Schuldenkrise und machte sich dabei zeitweise zum Feindbild vieler Menschen in Griechenland.

    ai/rtr

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    Rücktritt, IWF, Cristine Lagarde