04:10 12 Dezember 2019
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    B61-Bomben (Archiv)

    Nato-Bericht gibt zufällig Standort von US-Atomwaffen in Europa preis – Medien

    © Foto : United States Department of Defense (SSGT Phil Schmitten) : A frontal view of four B-61 nuclear free-fall bombs on a bomb cart
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    In einem Bericht für die Parlamentarische Versammlung der Nato sind zufällig Stützpunkte enthüllt worden, an denen US-Atomwaffen stationiert sind. Darunter ist auch eine Basis in Deutschland, schreibt die US-Zeitung „The Washington Post“.

    Verfasst wurde das Dokument dem Blatt zufolge vom kanadischen Senator und Vizepräsidenten der Parlamentarischen Versammlung, Joseph Day, und im April unter dem Titel „Eine neue Ära der nuklearen Abschreckung? Modernisierung, Rüstungskontrolle und Alliierte“ veröffentlicht.

    Der Bericht wurde seitdem gelöscht. Allerdings publizierte die belgische Zeitung „DeMorgen“ auf ihrer offiziellen Seite einen Auszug daraus.

    Rund 150 US-Nuklearwaffen

    Laut dem Schreiben stationierten die Vereinigten Staaten im Rahmen der Nato-Kooperation „ungefähr 150 Nuklearwaffen, nämlich B61-Fliegerbomben“ für den Einsatz auf doppelt verwendbaren Kampfflugzeugen der USA und der Alliierten.

    „Diese Bomben sind an folgenden sechs US-amerikanischen und europäischen Basen gelagert: Kleine Brogel in Belgien, Büchel in Deutschland, Aviano und Ghedi-Torre in Italien, Volkel in den Niederlanden und Incirlik in der Türkei“, hieß es.

    Das Dokument gibt „The Washington Post“ zufolge keine Informationsquelle an. Eine überarbeitete Version sei vorige Woche ohne Angaben über Standpunkte des Atomarsenals herausgebracht worden.

    Beim Bericht handelt es sich einem Nato-Vertreter zufolge um kein offizielles Dokument der Allianz, sondern um ein Arbeitspapier von Mitgliedern der Parlamentarischen Versammlung. Nach Joseph Days Angaben stammten alle Informationen aus offenen Quellen.

    Demos von Friedensaktivisten

    Friedensaktivisten demonstrieren seit Jahrzehnten für den Abzug der im Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel (Rheinland-Pfalz) vermuteten Waffen. Mehrfach überwanden Demonstranten den Zaun und blockierten die Landebahn.

    Anfang Juli umzingelte ein Internationales Friedenscamp den sich in der Nähe der Stadt Cochem befindenden Fliegerhorst. Am 7. Juli 2019 hielt die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, dort einen Friedensgottesdienst ab. Die Aktivitäten rund um die Luftwaffenbasis erfolgten im Rahmen der 20-wöchigen Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“.

    INF-Vertrag

    Der INF-Vertrag war am 8. Dezember 1987 von den damaligen Staatschefs der UdSSR und der USA, Michail Gorbatschow und Ronald Reagan, unterzeichnet worden. Darin verpflichteten sich beide Staaten, sämtliche Raketen mit mittlerer (1000 bis 5500 Kilometer) und kürzerer (500 bis 1000 Kilometer) Reichweite zu vernichten und keine neuen mehr zu produzieren. In den letzten Jahren warfen sich beide Staaten gegenseitig vor, diesen Vertrag zu verletzen.

    In den letzten Jahren hatten Moskau und Washington einander regelmäßig vorgeworfen, gegen den INF-Vertrag zu verstoßen. Washington geht davon aus, dass Moskau die wahren Möglichkeiten des neuartigen Marschflugkörpers 9M729 für Iskander-Komplexe verheimlicht. Dem Pentagon zufolge hat die Rakete eine Flugweite von mehr als 500 Kilometern.

    Moskau weist die Anschuldigungen als aus der Luft gegriffen zurück und fordert von den USA die Untermauerung ihrer Vorwürfe mit konkreten Fakten.

    mo/ae/sna

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    Tags:
    Fliegerhorst Büchel, Deutschland, Europa, USA