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01:16 18 Oktober 2019
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel am 17. Juli 2019 in Berlin

    65 Jahre Angela Merkel: „Mal bin ich liberal, mal konservativ“ - Fotos

    © REUTERS / FABRIZIO BENSCH
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    Vorbildliche FDJ-lerin, innovative Ministerin, in der Rolle der oppositionellen CDU-Chefin als rechts verschrien, als Bundeskanzlerin in die linke Ecke gestellt. Ist diese Anpassungsgabe das Erfolgsmodel der Kanzlerin? Das erklärt Angela Merkel am besten selbst - in zwölf ausgesuchten Zitaten.

    Zum 65. Geburtstag der Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt Sputnik einen Überblick über das Leben einer vielschichtigen Frau – in zwölf Zitaten.

    Angela Merkel-Kasner, 1971
    © AFP 2019 / REPRODUCTION/ERIC FEFERBERG
    Angela Merkel-Kasner, 1971

    In den jungen Jahren engagierte sich Angela Merkel nach eigenen Angaben als Kulturreferentin bei der Freien Deutschen Jugend (FDJ). „Was mir wichtig ist – ich habe da nie irgendetwas verheimlicht“, beteuerte die CDU-Vorsitzende bei einer Veranstaltung der Deutschen Filmakademie in Berlin. Der Zeitzeuge Gunther Walter von der FDJ berichtete dem Merkel-Biograph Gerd Langguth , sie sei dort für „Agitation und Propaganda“ zuständig gewesen.

    Joachim Sauer (in d. M.) und Angela Merkel (r.), 1989
    © AFP 2019 / BOGUMIL JEZIORSKI
    Joachim Sauer (in d. M.) und Angela Merkel (r.), 1989

    Über den Mauerfall sagt Merkel später: „Was ich damals gefühlt habe, dafür kann ich keine Worte finden. Es war schier unfassbar!“

    Bundesfrauenministerin Angela Merkel bei der Sitzung des CDU Präsidiums in Bonn, 1992
    © AP Photo / ROBERTO PFEIL
    Bundesfrauenministerin Angela Merkel bei der Sitzung des CDU Präsidiums in Bonn, 1992

    In ihre Amtszeit als Bundesministerin für Frauen und Jugend (1991-1994) fiel das Gleichberechtigungsgesetz. Auch den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz setzte Merkel durch.

    Bundesumweltministerin Angela Merkel, 1995
    © AP Photo / MICHAEL PROBST
    Bundesumweltministerin Angela Merkel, 1995

    Bereits als Bundesumweltministerin (1994-1998) warb sie für den „Ausbau erneuerbarer Energien“. „Dies ist ein elementarer Bestandteil nachhaltiger Entwicklung. Denn Solarenergie, Windenergie, Biomasse etc. tragen sowohl zum Umweltschutz als auch zum Erhalt und zur Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze bei.“

    Die CDU-Generalsekretärin Angela Merkel, 1999
    © AP Photo / ROBERTO PFEIL
    Die CDU-Generalsekretärin Angela Merkel, 1999

    Nach einem Wahldebakel für die CDU 1998 wurde Merkel auf Vorschlag des damaligen CDU-Chefs Wolfgang Schäuble zur CDU-Generalsekretärin gewählt. Auch im Jahr 2000 war das Thema Migration politisch brisant: „… dass die multikulturelle Gesellschaft keine lebensfähige Form des Zusammenlebens ist, und das glaube ich auch“, betonte Merkel in ihrer Funktion als Generalsekretärin.

    Edmund Stoiber (L) und CDU-Chefin Angela Merkel, 2002
    © AFP 2019 / ERIC FEFERBERG
    Edmund Stoiber (L) und CDU-Chefin Angela Merkel, 2002

    Als Oppositionsführerin und CDU-Chefin wehrte sie sich auf einem CDU-Parteitag (2003) gegen Angriffe aus der linken Ecke: „Manche unserer Gegner können es sich nicht verkneifen, uns in der Zuwanderungsdiskussion in die rechtsextreme Ecke zu rücken, nur weil wir im Zusammenhang mit der Zuwanderung auf die Gefahr von Parallelgesellschaften aufmerksam machen. […] Deshalb werden wir auch weiter eine geregelte Steuerung und Begrenzung von Zuwanderung fordern.“

    Merkelscher Pragmatismus in Aktion: Auf die Frage der „Bild“-Zeitung (2004), welche Empfindungen Deutschland in ihr wecke, antwortete die CDU-Chefin: „Ich denke an dichte Fenster! Kein anderes Land kann so dichte und so schöne Fenster bauen.“

    Kanzlerkandidatin Angela Merkel, 2005
    © AP Photo / MICHAEL PROBST
    Kanzlerkandidatin Angela Merkel, 2005

    Auf dem 20. Bundesparteitag der CDU im Jahr 2006 in der Dresdner Frauenkirche zeigte sich Merkel noch von ihrer konservativen Seite: „Es ist wahr: Europa ist kein Christenklub. Aber wahr ist auch: Europa ist ein Grundwerteklub. Hier bei uns gelten Menschen- und Bürgerrechte. Diese Menschen- und Bürgerrechte beruhen bei uns ganz wesentlich auf dem Menschenbild des Christentums.“

    Bundeskanzlerin Angela Merkel während der Pressekonferenz am 14. März 2011
    © AP Photo / Michael Sohn
    Bundeskanzlerin Angela Merkel während der Pressekonferenz am 14. März 2011

    Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima in Japan verkündete die Kanzlerin im März 2011 eine Drehung um 180 Grad  zu der bisherigen Energiepolitik: „Fukushima hat meine Haltung zur Kernenergie verändert“, sagte sie gegenüber dem „Deutschlandradio“. Damit läutet sie für ihre Kritiker eine linksgerichtete Politik der Regierung ein.

    Ihre politische Anpassungsfähigkeit erklärte sie bereits 2009 in der „ARD“-Sendung „Anne Will“: „Mal bin ich liberal, mal bin ich konservativ, mal bin ich christlich-sozial – und das macht die CDU aus.“

    Bundeskanzlerin Angela Merkel während des Kabínett-Treffens in Berlin, 2013
    © AP Photo / Ferdinand Ostrop
    Bundeskanzlerin Angela Merkel während des Kabínett-Treffens in Berlin, 2013

    Im Mai 2011 gratulierte Merkel dem US-Präsidenten mit einem eher umstrittenen Zitat: „Ich bin heute erst einmal hier, um zu sagen: Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, bin Laden zu töten“, sagte die Kanzlerin bei einer Pressekonferenz.

    Zwei Jahre später wird das Klima zwischen den beiden rauer. Im Zuge der Überwachungs- und Spionageaffäre 2013 wurden Hinweise bekannt, dass das CDU-Mobiltelefon der Bundeskanzlerin über Jahre hinweg durch den US-Geheimdienst NSA abgehört worden sein könnte: „Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht“. Noch zwei Monate zuvor sorgte ein Zitat der Kanzlerin für einen peinlichen Moment: „Das Internet ist für uns alle Neuland, und es ermöglicht auch Feinden und Gegnern unserer demokratischen Grundordnung natürlich, mit völlig neuen Möglichkeiten und völlig neuen Herangehensweisen unsere Art zu leben in Gefahr zu bringen.“

    Bundeskanzlerin Angela Merkel und ein Asylbewerber beim BAMF-Gebäude in Berlin, 2015
    © AFP 2019 / BERND VON JUTRCZENKA
    Bundeskanzlerin Angela Merkel und ein Asylbewerber beim BAMF-Gebäude in Berlin, 2015

    Merkels Entscheidung vom 4. September 2015, den an der österreichisch-ungarischen Grenze und in Budapest festsitzenden Flüchtlingen die Einreise nach Deutschland ohne Registrierung durch Ungarn zu gewähren, stieß auf großes Echo: „Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn wir jetzt noch anfangen müssen, uns dafür zu entschuldigen, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.“

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    Tags:
    Geschichte, Angela Merkel, Deutschland