00:24 22 November 2019
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    Kampfflugzeug F-16 in der Luft

    „Wird nicht fliegen können“: Bulgarischer Präsident skeptisch über F-16-Ausstattung

    © AFP 2019 / JONATHAN NACKSTRAND
    Politik
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    Bulgariens Präsident Rumen Radew hat in einem Kommentar dem örtlichen Nachrichtenportal „Focus-News“ seine Sorgen geäußert, dass die amerikanischen Flugzeuge vom Typ F-16 nicht die entsprechende Ausstattung bekommen könnten.

    Dem Bericht des Präsidenten zufolge kann selbst ein scheinbar unbedeutender Mangel im vereinbarten Gesamtpaket für die F-16 dazu führen, dass der Kampfjet nicht fliegen wird.

    „Es geht nicht allein um das Flugzeug, sondern um das ganze dazugehörende Paket von Serviceleistungen. Falls selbst ein kleiner Teil davon fehlen sollte, wird das Potenzial des Flugzeugs in Frage gestellt sein. Es wird dann einfach nicht in die Luft aufsteigen können“, so Radew.

    Dabei machte der Präsident deutlich, dass er, trotz anderer Meinungen, sich im Allgemeinen nicht gegen den Kauf der F-16 weigere, sondern sich Sorgen darum mache, ob sein Land gut funktionierende Kampfflugzeuge kaufe.

    Im Großen und Ganzen sei für ihn die Regierungsentscheidung, auf einen großen Teil des Ausstattungspakets zu verzichten, nachvollziehbar, weil die Preise nämlich deutlich über die zuvor festgelegte Summe erhöht worden seien. Radew machte aber deutlich, dass eine große Transparenz der versteckten Kosten, die diese Entscheidung nach sich ziehe, Pflicht sei.

    Zuvor hatte Rumen Radew den Kauf von Flugzeugen heftig kritisiert und ihn als einen „Triumph des Lobbyismus“  bezeichnet.  Das schaffe dem Land große zusätzliche Kosten, die die finanziellen Möglichkeiten für die Verbesserung der Lebensqualität im Land beschränken. So solle beispielsweise der bulgarische Flughafen „Graf Ignatievo“ für die Landung von F-16 nicht geeignet sein und verlange demzufolge einen Umbau. Diese Kosten sollen im Vertrag aber nicht mit berücksichtigt werden.

    Nicht nur der Präsident des Landes, sondern auch der Chefsekretär der Präsidialverwaltung, Dimitr Stoyanov, bleibe über die Beschränkung der Kosten eher skeptisch. Seiner Meinung nach werde dabei die technische Ausrüstung des Flugzeugs eher einem Niveau von Flugzeugen aus den Zeiten des Ersten Weltkriegs entsprechen, weil sie über keine Luft-Boden-Systeme und keine Munition für hochpräzise Luftschlägeverfügen werden.

    Am Freitag soll das bulgarische Parlament die Entscheidung über die Ratifizierung des Kaufvertrages für acht Kampfflugzeuge und deren Ausstattung im Wert von circa 1,3 Milliarden US-Dollar (zirka 1,16 Milliarden Euro) treffen.  

    mg/mt

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    Tags:
    USA, Bulgarien, Kampfjet F-16, Deal