12:33 14 November 2019
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    Ramush Haradinaj

    Von Belgrad der Kriegsverbrechen bezichtigt: Kosovo-„Premier“ tritt zurück

    © AFP 2019 / ARMEND NIMANI
    Politik
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    Der Premier der selbsternannten Republik Kosovo, Ramush Haradinaj, hat am Freitag seinen Rücktritt angekündigt und den „Präsidenten“ Hashim Thaçi aufgerufen, neue Parlamentswahlen anzusetzen.

    „Offiziell werde ich alle kompetenten Strukturen informieren und dem Volke treu bleiben. Es war mir eine Ehre, diesem Land zu dienen, dieser Rücktritt kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Verantwortung geht jetzt an den Präsidenten über, der den Tag der Wahlen bestimmen wird“, zitieren der Rundfunk und das Fernsehen von Kosovo die von Haradinaj bei der Sitzung des Ministerkabinetts gemachte Erklärung.

    Wahrscheinliche Angeklagte

    Der „Präsident“ von Kosovo, Hashim Thaçi, und sein einflussreicher Onkel Asem Sulia, der „Premier“ Ramush Haradinaj, der „Vize-Premier“ Fatmir Limaj, der „Parlamentsvorsitzende“ Kadri Veseli, der Abgeordnete und zugleich der Bruder des Premiers, Daut Haradinaj, ebenso wie viele andere Mitglieder der bei den Parlamentswahlen in Kosovo im Juni 2017 siegreichen Koalition sind Veteranen der Befreiungsarmee Kosovo und werden von Belgrad als Kriegsverbrecher und wahrscheinliche Angeklagte der internationalen Sonderstaatsanwaltschaft in Den Haag eingestuft.

    Haradinaj betonte, dass er kein Angeklagter sei, doch er sei „zum Gespräch“ einbestellt worden, und „hätte er kein Rücktrittsgesuch eingereicht, so würde dies dem Staat schaden“. Dabei äußerte er seine Absicht, an den außerordentlichen Parlamentswahlen teilzunehmen.

    Bewaffnete Konfrontation

    1999 führte die bewaffnete Konfrontation zwischen den albanischen Separatisten der Befreiungsarmee Kosovo einerseits sowie der Armee und der Polizei Serbiens andererseits zu den Bombardements Jugoslawiens (damals bestand Jugoslawien aus Serbien und Montenegro) durch Nato-Kräfte. Im März 2004 hatten die Kosovo-Albaner Pogrome verübt, die zu einer Massenaussiedlung der Serben aus dem Gebiet sowie zur Vernichtung zahlreicher Denkmäler ihrer Geschichte und Kultur geführt hatten.

    Die Strukturen der Kosovo-Albaner haben in Priština am 17. Februar 2008 einseitig die Unabhängigkeit von Serbien verkündet.

    ek/mt

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    Tags:
    Montenegro, Den Haag, Hashim Thaçi, Ramush Haradinaj, Serbien, Kosovo, Belgrad