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02:04 16 Oktober 2019
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    Boot der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) (Archiv)

    Lage eskaliert weiter: Iran setzt offenbar britischen Öltanker fest – Foto

    © AP Photo / Vahid Salemi
    Politik
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    Die Lage in Nahost scheint weiter zu eskalieren. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben am Freitag nach eigenen Angaben einen britischen Öltanker in der Straße von Hormus am Persischen Golf gestoppt.

    Als offizielle Begründung wird dazu angegeben, dass der Tanker die internationalen Vorschriften nicht beachtet haben soll.

    Großbritannien zeigt sich zugleich im Moment unkenntlich der Lage.

    ​Laut einem Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums prüfe man derzeit die Berichte über die Festsetzung eines Tankers des Landes. Die betroffene Reederei bestätigte dagegen den Vorfall bereits.

    Um 16 Uhr Ortszeit hätten sich „kleine Boote“ und ein Helikopter genähert. Der Tanker habe sich „in internationalen Gewässern“ befunden, so das Unternehmen.

    An Bord des Schiffes seien 23 Personen, die Reederei habe derzeit keine Möglichkeit, die Besatzung des Schiffes zu kontaktieren. Der Tanker befinde sich jetzt auf dem Weg nach Norden Richtung Iran. 

    Laut dem iranischen Fernsehen handelt es sich dabei um den Tanker „Stena Impero”.

    Eskalation nach angeblichem Drohnenabschuss

    Bereits zuvor hat sich die Lage am Persischen Golf immer weiter zugespitzt.

    Am Donnerstag hatten die USA erklärt, dass ein US-Navy-Schiff ein unbemanntes iranisches Fluggerät in der Straße von Hormus abgeschossen hätte.

    Der Iran dagegen dementierte und erklärte, dass alle Drohnen an dem Tag intakt zu ihren Basen zurückgekehrt seien.

    Zudem veröffentlichten die iranischen Revolutionsgarden Aufnahmen, die von der angeblich abgeschossenen Drohne stammen sollen.

    Dem Datum und der Uhrzeit nach zu urteilen, die im Video angezeigt wurden, stammten diese Aufnahmen von einem Zeitpunkt, an dem die Amerikaner die Drohne bereits für abgeschossen erklärten.

    Demnach kann die Drohne also nicht abgeschossen worden sein, weil sie auch nach der US-Erklärung zum angeblichen Abschuss weiterhin regulär Aufnahmen lieferte.

    Inwiefern das vorgelegte Video authentisch ist, lässt sich zum jetzigen Moment allerdings nicht hundertprozentig prüfen.

    Weitere Eskalationen

    Zuvor hatte es bereits weitere Eskalationen gegeben.

    So hatte die britische Marine den Tanker „Grace 1“ vergangene Woche vor Gibraltar festgesetzt. Er soll mit iranischem Öl nach Syrien unterwegs gewesen sein, was ein Verstoß gegen die europäischen Sanktionen gegen das Land wäre.

    Die EU stellt seit 2011 Öllieferungen an Syrien unter Strafe. Das Öl in dem Schiff soll aus dem Iran stammen, was wiederum die US-Sanktionen gegen die Islamische Republik verletzen würde.

    Der Iran wies den Verdacht von sich und bezeichnete das Vorgehen der britischen Behörden als „Piraterie“.

    ng/

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    Tags:
    Großbritannien, Iran