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    Flaggen der EU und Serbiens am Regierungsgebäude in Belgrad (Archivbild)

    Erzwungener Schritt? Serbien ersetzt sowjetische Fla-Raketen durch französische

    © AFP 2019 / Alexa Stankovic
    Politik
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    Die Streitkräfte Serbiens werden in Frankreich eine Partie tragbarer Fla-Raketenkomplexe Mistral kaufen. Dies gab der europäische Raketenkonzern MBDA offiziell im Zusammenhang mit dem jüngsten Belgrad-Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bekannt, wie das Portal Mk.ru berichtet.

    Laut MBDA sei mit Serbien ein Vertrag über die Lieferung von 18 Startrampen und 50 Raketen des Typs Mistral geschlossen worden. Diese Waffen würden das Luftverteidigungssystem Serbiens stärken und die veralteten sowjetischen Analoga ersetzen, heißt es.

    Darüber hinaus soll MBDA den Käufer technisch und materiell unterstützen, damit die Mistral-Raketen in das in Serbien hergestellte Fla-Raketen-Kanonensystem PASARS integriert werden können. Das serbische Flugabwehrsystem war zuvor mit LN-IC-Raketen bewaffnet, die ein stark modernisiertes Modell der sowjetischen Rakete R-13M darstellten. Die neuen Waffen sollen nun den Nato-Standards entsprechen.

    In einem Kommentar zum Abschluss des Waffendeals sagte der Generaldirektor von MBDA, Éric Béranger, er rechne mit einer sich fortsetzenden Zusammenarbeit zwischen dem europäischen Hersteller und der serbischen Armee.

    „Serbien ist als neues Mitglied des Nutzerclubs Mistral eingeladen und wird zu einem neuen Partner für MBDA. Vor allem aber soll dieser Vertrag zum ersten Meilenstein der Zusammenarbeit werden, die wir mit Serbien aufbauen wollen. Dessen Sicherheitsziele stimmen mit den Zielen Frankreichs und der Europäischen Union überein“, so Béranger.

    Das Flugabwehrraketen-System Mistral kann Überschallziele in einer Höhe von bis zu 3000 Metern zerstören und ist zum Schutz von Objekten bzw. Kriegsschiffen und mobilen Abteilungen gegen Luftangriffe bestimmt.

    Blockade russischer Waffenlieferung

    Wie Mk.ru zuvor berichtete, hatte Serbien dieser Tage die von Russland versandten Panzer nicht bekommen können, weil Rumänien, ein Mitgliedsstaat der Nato, den Transport der Waffen auf der Donau blockiert hatte. Die Situation werde dadurch verkompliziert, dass Serbien keinen Zugang zum Meer hat und von Nato-Staaten umgeben ist, weswegen die Zustellung von Waffen aus Russland ernsthaft erschwert werde, so das Portal. Nach Einschätzung von Experten sei Belgrad wegen der faktischen Blockade für russische Waffenlieferungen gezwungen, Waffen in Nato-Ländern zu kaufen.

    Im Jahr 1999 hatte die bewaffnete Konfrontation zwischen den albanischen Separatisten aus der Kosovo-Befreiungsarmee und den Militär- und Polizeikräften Serbiens zu Bombenangriffen der Nato-Kräfte auf Jugoslawien (das damals aus Serbien und Montenegro bestand) geführt. Die Luftwaffe von Nato-Ländern flog damals mehr als 35.000 Angriffe und warf mehr als 23.000 Bomben und Raketen über Serbien ab.

    ls/mt

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    Tags:
    Raketenabwehr, Kosovo, Serbien