07:59 09 August 2020
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    Die Festsetzung eines britischen Öltankers in der Straße von Hormus durch den Iran eskaliert die Lage im Golf zunehmend. Laut Bundesaußenminister Heiko Maas geht es darum, einen Krieg zu verhindern.

    Der Iran hat den unter britischer Flagge fahrenden Öltanker „Stena Impero“ in seine Gewalt gebracht, was die Situation „noch ernster und gefährlicher“ mache, als sie es ohnehin schon sei. Sollte die Diplomatie scheitern und es zu einer militärischen Eskalation kommen, gäbe es „keine Gewinner, nur Verlierer“, sagte Maas der Zeitung „Bild am Sonntag“

    Zuvor war am Samstag berichtet worden, dass die Besatzung des im Iran festgesetzten britischen Öltankers „Stena Impero” das Schiff bis Ende der Untersuchungen nicht verlassen darf. Das gab ein Sprecher der Hafenbehörde in Bandar Abbas in Südiran bekannt. Die Bundesregierung hat die Festsetzung von zwei Handelsschiffen im Golf auf das Schärfste verurteilt. Dies sei ein nicht zu rechtfertigender Eingriff in die zivile Schifffahrt, der die ohnehin angespannte Lage gefährlich weiter verschärfe.

    Großbritannien droht mit Sanktionen

    Der vom Iran festgesetzte Öltanker „Stena Impero” soll der Nachrichtenagentur Fars zufolge zuvor in einen Unfall mit einem iranischen Fischerboot verwickelt gewesen sein. Als das Fischerboot einen Notruf absetzte, hatte der britische Tanker ihn ignoriert, teilte ein Vertreter der iranischen Hafen- und Seefahrtsbehörde am Samstag mit. Großbritannien wies diese Darstellung zurück.

    Im Schulterschluss mit den USA hatte Großbritannien dem Iran nach Festsetzung des unter britischer Flagge fahrenden Öltankers „Stena Impero“ mit ernsthaften Konsequenzen gedroht.

    Spannungen in der Region

    Die Spannungen in der Region hatten sich in den vergangenen Monaten immens verschärft. Die Handelsschifffahrt wurde in den Konflikt zwischen den USA und dem Iran hineingezogen. Es kam zu mehreren Zwischenfällen mit Tankern und Drohnen. US-Präsident Donald Trump erklärte am Donnerstag, ein US-Marineschiff habe in der Straße von Hormus eine iranische Drohne zerstört. Teheran widersprach; die iranische Armee dementierte die Behauptungen der USA hinsichtlich der abgeschossenen Drohne im Gebiet des Persischen Golfs. Alle Drohnen der Irans im Persischen Golf und der Straße von Hormus seien in vollem Bestand auf ihre Stützpunkte zurückgekehrt. Dies teilte der Sprecher der iranischen Streitkräfte, Abofazl Sherkachi, mit.

    Großbritannien und der Iran streiten zudem über einen in Gibraltar festgesetzten iranischen Öltanker.

    Nach den Vorfällen am Freitag kündigte Trump an, sich eng mit Großbritannien abstimmen zu wollen. Er betonte aber auch, dass die USA nicht viele Tanker hätten, die in dem Seegebiet unterwegs seien. Die Vereinigten Staaten treiben derzeit eine Initiative namens „Operation Sentinel” zum Schutz von Handelsschiffen in der Region voran. Dabei soll es vor allem darum gehen, die Straße von Hormus mit erhöhter Militärpräsenz in der Region besser zu überwachen. Das US-Zentralkommando betonte am Freitag, die USA seien zwar gewillt, die Operation zu unterstützen, ohne Beiträge anderer Länder werde sie aber keinen Erfolg haben.

    Das US-Militär kündigte am Freitagabend zudem an, Soldaten nach Saudi-Arabien zu schicken. Der Schritt diene als zusätzliche Abschreckungsmaßname und dazu, die Streitkräfte und Interessen der USA in der Region vor Bedrohungen zu schützen. US-Medien hatten zuvor darüber berichtet, dass es sich um bis zu 500 Soldaten handeln solle.

    sm/sb

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    Öltanker, Heiko Maas