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    Radaranlage an Bord eines US-Kriegsschiffes im arabischen Meer

    Nach Festsetzung vom britischen Tanker: Iran auf „verschiedene Szenarien“ vorbereitet

    © REUTERS / AHMED JADALLAH
    Politik
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    Hamid Baeidinejad, der iranische Botschafter in Großbritannien, hat sich via Twitter zu der Krise um den in der Straße von Hormus aufgebrachten britischen Öltanker geäußert. Ihm zufolge ist Teheran fest entschlossen und auf verschiedene Szenarien vorbereitet.

    „Die britische Regierung sollte jene innenpolitischen Kräfte eindämmen, die die bestehenden Spannungen zwischen dem Iran und Großbritannien verstärken und über die Grenzen des Tanker-Themas hinaustragen wollen. Es ist durchaus gefährlich und unklug in solch einer schwierigen Zeit für die Region. Der Iran ist jedoch fest entschlossen und auf verschiedene Szenarien vorbereitet“, schrieb der iranische Diplomat auf Twitter.

    Tankerstreit

    Die Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Iran verschlechterten sich, nachdem die britische Marine am 4. Juli den Tanker „Grace 1“ vor Gibraltar festgesetzt hatte. Er soll mit iranischem Öl nach Syrien unterwegs gewesen sein, was ein Verstoß gegen die europäischen Sanktionen gegen das Land wäre.

    Die EU stellt seit 2011 Öllieferungen an Syrien unter Strafe. Das Öl in dem Schiff soll aus dem Iran stammen, was wiederum die US-Sanktionen gegen die Islamische Republik verletzen würde. Der Iran wies den Verdacht von sich und bezeichnete das Vorgehen der britischen Behörden als „Piraterie“.

    Etwa eine Woche später war berichtet worden, dass fünf angeblich iranische Schnellboote versucht hätten, einen britischen Öltanker in der Straße von Hormus zu stoppen. Doch sei damals die britische Fregatte „HMS Montrose“ aufgetaucht, die mündliche Warnungen an die Schiffe richtete, die sich dann abwandten.

    Die iranischen Behörden bestreiten, dass sie versucht hatten, die Durchfahrt eines britischen Schiffes zu verhindern. Dennoch erklärte London, dass es die Möglichkeit einer Verstärkung der Militärpräsenz im Persischen Golf mit den USA diskutiere.

    Am Freitag hatten die iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben den britischen Öltanker „Stena Impero“ in der Straße von Hormus am Persischen Golf gestoppt. Als offizielle Begründung wurde angegeben, dass der Tanker die internationalen Vorschriften missachtet hätte. Die Reederei hat derzeit laut Medienberichten keine Möglichkeit, die Besatzung des Schiffes zu kontaktieren. Den iranischen Behörden zufolge sind alle Besatzungsmitglieder des Tankers gesund und in Sicherheit. 

    Medienberichten zufolge könnte das britische Außenministerium am 21. Juli die Verhängung diplomatischer und wirtschaftlicher Sanktionen gegen Teheran ankündigen, darunter das Einfrieren iranischer Vermögenswerte.

    pd/sb/sna

     

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    Tags:
    Iranische Revolutionsgarde, Straße von Hormus, Tanker, Iran