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    Die Ruinen von Dresden im August 1946Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR in Ost-Berlin (Archivbild)

    „Nur für Leid gesorgt“: Union Sachsen stellt Nazi-Zeit mit DDR gleich - Linke und Wähler empört

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    Der Wahlkampf rund um die Landtagswahl im September spitzt sich in Sachsen zu, nachdem die Sächsische Union auf Facebook den Nationalsozialismus mit dem DDR-Sozialismus verglichen hatte. Das offenbar als Reaktion auf die Wahlkampfsmottos der Linken geplante Foto scheint auch die Wähler nicht besonders beeindruckt zu haben.

    Unsere Alternative heißt „demokratischer Sozialismus“, wirbt die Linke Sachsen seit einigen Tagen nach der Präsentation der eigenen Wahlkampagne. „Moderne Schieneninfrastruktur, stabile Funknetze, nachhaltige Technologien, ein modernes öffentliches Gesundheitssystem und auch eine zeitgemäße Nahversorgung vor Ort mit neuen Orten der Begegnung, das regelt nicht der Markt - das regeln wir“, so die Botschaft.

    Die Union Sachsen konnte an der Botschaft offenbar nicht vorbeikommen und postete am Samstagabend ihre Antwort im Bild. „Wer vergessen hat, was Sozialismus - egal ob national oder ‚real existierend‘- angerichtet hat, sollte die Bilder vom zerbombten Dresden 1945 und der Görlitzer Innenstadt 1990 anschauen. Gemeinsam mit Ministerpräsident Michael Kretschmer stehen wir für eine soziale Marktwirtschaft.“ 
     

    „Anleihe bei rechtsextremem Gedankengut“

    Sofort reagierte die sächsische Linkenchefin Antje Feiks auf die Initiative. „Der Vergleich ist auf vielen Ebenen reichlich daneben. Nationalsozialismus und die DDR auf eine Ebene nebeneinander zu stellen, ist eine mustergültige Verharmlosung des Faschismus und der Naziverbrechen inklusive des Holocaust“, sagte sie am Sonntag gegenüber der dpa. Dies damit zu begründen, dass im Begriff Nationalsozialismus das Wort Sozialismus auftauche, mache einen sprachlos. Wer so etwas sage, denke vermutlich auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten würden, betonte Feiks. 

    Auch die Leser bzw. die potenziellen Wähler der Union zeigten sich zum Großteil empört. „Sagt die Partei, die ‚das Soziale mit dem Nationalen versöhnen‘ wollte“, schrieb ein gewisser Eamon Schneider im Blick auf das Schreiben der stellvertretenden CDU-Fraktionschefs Ulrich Thomas und Lars-Jörn Zimmer. „Eure ‚soziale Marktwirtschaft‘ sorgt jetzt in diesem Moment für Sklaverei und Leid, allerdings anderswo auf der Welt“. „Schon wegen dieser Plakate würde ich euch nicht wählen“, beharrte Marco Kauer. „Seid Ihr noch ganz bei Trost? Geschichtsunterricht bei Höcke gehabt?“, fragte seinerseits ein gewisser Karl Rinast. „Dies ist eine Anleihe bei rechtsextremem Gedankengut, einer demokratischen Partei unwürdig“, schrieb Ali Akyildiz. 

    lk/mt

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