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    Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrer Amtseinführung als Bundesverteidigungsministerin

    Klatsche für „AKK“: Diese Lösung hätten Sputnik-Leser für Ministerium bevorzugt

    © REUTERS / HANNIBAL HANSCHKE
    Politik
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    Marcel Joppa
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    Als neue Bundesverteidigungsministerin fordert Annegret Kramp-Karrenbauer sogleich mehr Geld: Die CDU-Chefin gibt dem Zwei-Prozent-Ziel der Nato eine klare Zusage. Geht es nach den Sputnik-Lesern, hätte „AKK“ aber erst gar nicht Ministerin werden dürfen. In unserer Wochenumfrage haben Sie sich mehrheitlich für eine andere Lösung entschieden.

    Einmal mehr konnte sich Angela Merkel in ihrer Partei durchsetzen: Nach der Wahl Ursula von der Leyens zur EU-Kommissionspräsidentin sprach sich die Bundeskanzlerin für Annegret Kramp-Karrenbauer als neue Bundesverteidigungsministerin aus. Populär ist diese Entscheidung nicht, ein Großteil der Bundesbürger steht „AKK“ als Chefin der Bundeswehr zunächst kritisch gegenüber. Das spiegelt sich auch in unserer jüngsten Wochenumfrage wieder: Die Mehrheit der Sputnik-Leser hätte eine gänzlich andere Konstellation bevorzugt.

    Mit 38,9 Prozent der abgegebenen Stimmen liegt die Antwort „Das Ressort hätte an die SPD gehen sollen“ auf Platz eins. Diese Lösung hätten die Sozialdemokraten selbst sicher auch bevorzugt, allerdings hätten sie im Gegenzug dann ein Ministerium an die CDU abgeben müssen. Vielleicht ja das Umweltministerium, in dem die SPD-Politikerin Svenja Schulze bisher eher glücklos agierte. Als sozialdemokratischer Verteidigungsminister wäre dann etwa der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Hellmich in Frage gekommen, er ist Vorsitzender des Verteidigungsausschuss im Deutschen Bundestag. Ebenso wäre Fritz Felgentreu denkbar gewesen, Sprecher und Obmann der SPD in dem Fachausschuss.

    ​Platz zwei in unserer Umfrage belegt ein Bayer: 27,9 Prozent unserer Leser hätten den CSU-Politiker Joachim Herrmann gerne im Chefsessel des Bundesverteidigungsministeriums gesehen. Der 62-Jährige ist derzeit bayerischer Innenminister, außerdem ist er Oberstleutnant der Reserve und damit in Sachen Bundeswehr durchaus bewandert. Ministerpräsident Markus Söder hätte seinen bewährten Landesminister aber sicher nur ungern nach Berlin entsendet. Auch hätte die CSU als Ausgleich ein Ministerium mit der CDU tauschen müssen. Mit anderen Worten: Wäre Herrmann gekommen, hätte entweder Verkehrsminister Andreas Scheuer, Entwicklungshilfeminister Gerd Müller oder Innenminister Horst Seehofer seinen Hut nehmen müssen. Gründe dafür hätten sich aber sicherlich gefunden.

    ​Eine Lösung, die in den vergangenen Wochen medial immer wieder Erwähnung fand, landet in unserer Wochenumfrage auf Platz drei: 10,5 Prozent der Teilnehmer hätten sich Peter Tauber als Bundesverteidigungsminister vorstellen können. Der CDU-Politiker ist als parlamentarischer Staatssekretär in dem Ministerium bestens mit der Bundeswehr vertraut, als Hauptmann der Reserve genießt der 44-Jährige außerdem großen Respekt innerhalb der Truppe. Jedoch wollte die Kanzlerin den Spitzenposten bestenfalls erneut mit einer Frau besetzen, ihre Vertraute Kramp-Karrenbauer passte Merkel anscheinend besser ins Konzept.

    ​Auch ein weiterer prominenter Vertreter der CDU ging in Sachen Verteidigungsressort leer aus: Mit 9,8 Prozent erreicht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Platz vier der Umfrage. Der 39-Jährige wurde erst kürzlich von der Kanzlerin persönlich gelobt: Bei der Sommerpressekonferenz Merkels erklärte sie, Spahn schaffe „´ne Menge weg“, in Anspielung auf das hohe Arbeitspensum des noch jungen Ministers. Ob er als oberster Befehlshaber der Truppe hätte glänzen können, ist aber unklar: Spahn wurde einst ausgemustert, seine militärischen Kenntnisse dürften sich also in Grenzen halten. Zugetraut hätte sich der ehrgeizige Politiker das Verteidigungsressort selbst aber garantiert.

    ​Abgeschlagen auf Platz fünf findet sich die politische Realität: 6,3 Prozent unserer Leser waren laut Umfrage der Meinung: „Kramp-Karrenbauer ist die richtige Wahl“. Die 56-Jährige wird sich als Bundesverteidigungsministerin noch beweisen müssen, auch muss sie die Doppelbelastung als gleichzeitige CDU-Chefin meistern. Vor ihrer Ernennung machte „AKK“ im Themenfeld Verteidigung eher mit unseriösen Forderungen auf sich aufmerksam, wie der Anschaffung eines deutsch-französischen Flugzeugträgers. Sollte die Saarländerin allerdings – entgegen der bundesdeutschen Erwartungen – als Verteidigungsministerin positive Akzente setzen, wäre sie ganz klare Favoritin als künftige CDU-Kanzlerkandidatin.

    Den letzten Platz belegt ebenfalls ein Saarländer: 6,3 Prozent der Umfrageteilnehmer sprechen sich für Peter Altmaier als Bundesverteidigungsminister aus. Das CDU-Urgestein bekleidete bereits eine ganze Reihe von Spitzenposten: Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Bundesumweltminister, Chef des Bundeskanzleramts, geschäftsführender Bundesfinanzminister und nun schließlich Bundeswirtschaftsminister. Doch Merkels Allzweckwaffe ist angeschlagen: Teile der deutschen Wirtschaft halten den 61-Jährigen für eine Fehlbesetzung, und tatsächlich blieb Altmaier im aktuellen Bundeskabinett recht farblos. Seine Ernennung zum Verteidigungsminister wäre höchstens eine Notlösung gewesen. Glaubt man allerdings unserer Umfrage, so war ebenso die Vergabe des Spitzenpostens an „AKK“ nicht sonderlich glücklich. Sicher scheint auch: Die neue Bundesverteidigungsministerin wird sich deutlich profilieren wollen, was für neuen Zoff innerhalb der GroKo sorgen dürfte.

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    Tags:
    CDU, Peter Altmaier, SPD, Jens Spahn, Annegret Kramp-Karrenbauer, Ursula von der Leyen, Bundeswehr