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01:49 18 Oktober 2019
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    BAMF-Zentrale in Nürnberg (Archivbild)

    BAMF muss nach Klage Zahlen offenlegen: So teuer waren die externen Berater

    © AFP 2019 / DPA / DANIEL KARMANN
    Politik
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    Nach einer Klage der Plattform „Frag den Staat“ musste das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nun offenlegen, wie viel Geld es für externe Berater ausgegeben hat. Großer Gewinner ist mit 47 Millionen Euro die Beratungsfirma McKinsey.

    Während die Berateraffäre um Ursula von der Leyen und das Verteidigungsministerium noch auf abschließende Klärung wartet, machen frische Zahlen über die Ausgaben der Ministerien den Steuerzahlern Bauchschmerzen. Denn sie legen nahe: Das Verteidigungsministerium war mit dem Engagement teurer Beratungsfirmen nicht allein.

    Mit einer erfolgreichen Klage hat die Plattform „Frag den Staat“ nun die Offenlegung der Zahlen über die Ausgaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erwirkt. Ergebnis: Allein für die Dienste der Beratungsfirma McKinsey blätterte das BAMF satte 47 Millionen Euro hin. Bemerkenswert dabei ist, dass mehr die Hälfte davon ohne öffentliche Ausschreibung geschah.

    In einem Blogeintrag erklärt „Frag den Staat“ die Hintergründe:

    „Das Ziel des damaligen BAMF-Chefs Frank-Jürgen Weise war es offenbar, Asylprozesse zu beschleunigen. Dementsprechend erstellte McKinsey ein Gutachten, das zur Vorlage für das Amt werden sollte: ‚Rückkehr –Prozesse und Optimierungspotenziale‘. Nach einer Klage von uns musste das BAMF das Dokument jetzt veröffentlichen. Zunächst hatte die Behörde noch argumentiert, bei der Herausgabe der Informationen sei die öffentliche Sicherheit gefährdet. Nachdem wir Klage einreichten, gab das Amt jedoch klein bei und stimmte einer Herausgabe zu.“

    Das Gutachten selbst habe 1,86 Millionen Euro gekostet, der Tagessatz für die Berater habe schlappe 2700 Euro betragen.

    „Die Maßnahme von McKinsey zahlten sich aber offenbar vor allem für McKinsey aus, nicht für das BAMF. Innenminister Seehofer beendete die Zusammenarbeit mit McKinsey im Jahr 2018.”

    Teure Beratungen auch in anderen Ressorts

    Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, hat eine aktuelle Umfrage des Finanzministeriums auf Anfrage des Linken-Abgeordneten Matthias Höhn ergeben, dass auch im ersten Halbjahr 2019 viel Geld an externe Berater geflossen ist und zwar ressortübergreifend.

    An der Gesamtsumme von 178 Millionen Euro hatte dabei das Innenministerium mit 78,7 Millionen Euro den Löwenanteil. Auch nicht knauserig war das Verkehrsministerium: Den externen Sachverstand ließ es sich immerhin 47,7 Millionen Euro kosten. Am sparsamsten war man im Bildungsministerium mit Ausgaben von 293.000 Euro für Beratungsleistungen.

    Als einziges Ministerium gibt sich das Verteidigungsressort mit Verweis auf noch nicht abgeschlossene Erhebungen bedeckt. „Skandalös“ sei das, findet Matthias Höhn (Linke). Von der Leyen habe „eine zum Teil rechtswidrige Berater-Kultur“ etabliert, die nun mühsam im Untersuchungsausschuss aufgeklärt werden müsse. „Und trotzdem ist das Verteidigungsministerium nicht auskunftsfähig“.

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    Tags:
    Deutschland, Unternehmensberatung McKinsey, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)