12:00 09 Dezember 2019
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    Eine Gedenkveranstaltung auf der polnischen Halbinsel Westerplatte anlässlich des Beginns des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939

    Polen gedenkt des Beginns des Zweiten Weltkriegs: Deutsche willkommen, Russen nicht

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    Zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs hat Polen ausgerechnet Deutschland und nicht Russland eingeladen. Ein besonderer Ehrengast wird zudem mit Spannung erwartet.

    Dies geht aus einer Mitteilung des Pressedienstes des polnischen Präsidenten hervor. In Polen finden jährlich Gedenkveranstaltungen anlässlich des Überfalls von Nazi-Deutschland am 1. September 1939 statt. Der Veranstaltungsort ist die Halbinsel Westerplatte in Danzig, Beginn um 04:48 – genau um diese Zeit startete die Hitler-Armee die Bombenangriffe auf das polnische Territorium.

    Im Kreis der Verbündeten

    Dieses Jahr beschloss Warschau, die Gedenkfeier im Kreis seiner Verbündeten, darunter auch Deutschland, zu begehen. „Diese dramatischen Ereignisse wird Polen zusammen mit denjenigen Ländern begehen, mit denen wir heute eng zusammenarbeiten im Interesse des Friedens in der ganzen Welt, der auf den Prinzipien des Völkerrechts beruht“, hieß es. 

    Die Tatsache, dass es Deutschland war, das Polen am 1. September 1939 überfiel, scheint Warschau nicht zu stören, da die beiden Staaten jetzt der Nato und der EU angehören.

    Der Ehrengast

    Mit besonderer Spannung erwartet Warschau den Besuch von US-Präsident Donald Trump: Der polnische Präsident Andrzej Duda hatte bei seiner jüngsten Reise in die USA den US-amerikanischen Staatschef nochmals zu dem Gedenktag eingeladen.

    Das Weiße Haus hat einen möglichen Besuch Trumps noch nicht offiziell bestätigt. Allerdings ließ Warschau schon verlauten, Trump werde am 31. August Polen besuchen und bis zum 1. September bleiben. 

    Der Wunsch, den US-Präsidenten bei der Gedenkfeier dabei zu haben, ist offenbar so groß, dass die Regierung des Landes die Veranstaltung polnischen Medienberichten zufolge aus Danzig nach Warschau verlegen will.

    Keine Einladung für Russland

    Dass Russland bei der 80. Gedenkfeier des Beginns des Zweiten Weltkriegs fehlen wird, erklärt Warschau mit der Verletzung des Völkerrechts im Jahr 1939.

    Der Zweite Weltkrieg begann bekanntlich am 1. September 1939 mit dem Überfall Deutschlands auf Polen. Daraufhin wurde das Territorium des Landes aufgeteilt: Ein Teil ging an Deutschland, der zweite an die Sowjetunion.

    Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte früher betont, dass jegliche Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg ohne Russland nicht als vollwertig betrachtet werden könnten.

    Der Vize-Premier von Polen Jacek Sasin erklärte die Nicht-Einladung Russlands mit dem bewaffneten Konflikt im Osten der Ukraine. „Es wäre unpassend, den Jahrestag der bewaffneten Aggression gegen Polen zusammen mit einem Staatsoberhaupt zu begehen, der heute genauso gegen seinen Nachbar vorgeht.“

    ta/gs/sna

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    Andrzej Duda, Donald Trump, Einladung, Überfall, Deutschland, Russland, Polen, Adolf Hitler