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22:15 22 September 2019
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    Soldat des ukrainischen Asow-Bataillons nahe Mariupol im März 2015 (Archivbild)

    Geheime Foltergefängnisse in der Ukraine Teil 3: Mit Strom gequält, in Leichengräben geworfen

    © AP Photo / Mstyslav Chernov
    Politik
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    Sputnik und RIA Nowosti haben noch einen ehemaligen Mitarbeiter des ukrainischen Geheimdienstes SBU aus Mariupol ausfindig gemacht, der weitere geheime Gefängnisse des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes offenbart.

    Sehr geehrte Leser! Sputnik präsentiert hiermit den dritten Artikel einer Serie von Berichten über das Geheimgefängnis des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU und des „Asow“-Bataillons am Flughafen Mariupol. Hier können Sie den ersten und den zweiten Bericht lesen.

    Ehemaliger SBU-Mitarbeiter: „Asow-Kämpfer wurden zur „Arbeit“ mit Gefangenen herangezogen

    Laut dem SBU-Mitarbeiter (aus Angst vor Racheakten bat er, seinen Namen und Dienstgrad nicht zu nennen und verbat auch, seine Aussagen aufzunehmen) sind die „Asow“-Kämpfer notwendig gewesen, um die Verdächtigen unter Druck zu setzen – in der „Bibliothek“ mussten die Gefangenen lange “behandelt” werden. Sie baten selbst, sie schneller in U-Haft zu schicken, nur nicht zurück in den besagten Flughafen. Ehemalige so genannte „Whistleblower“ berichteten gegenüber RIA Novosti und Sputnik von Foltermaßnahmen am Flughafen – Aufständische wurden mit Strom gefoltert, Leichname in Gräben geworfen. Unter jenen, die verhörten und folterten, gab es angeblich auch ukrainische Politiker – die berüchtigten Politiker Oleg Ljaschko und Igor Mossijtschuk.

    Die „Bibliothek“ und ihre „Bücher“

    Mit dem ehemaligen SBU-Mitarbeiter traf sich RIA Nowosti  in Moskau. Mehr als zwei Jahre lang leistete er Dienst in Mariupol, kündigte  Anfang 2017, zog zunächst nach Odessa und danach nach Russland.

    „Ich hatte mit dem operativen Prozess zu tun“, der ehemalige SBU-Mitarbeiter geht nicht besonders auf Details seiner Karriere ein. „Das Wort ‘Bibliothek’ wurde in der Straße Georgijewskaja 77 (SBU-Stadtabteilung) und Architekt-Nilsen-Straße 33 (SBU-Verwaltung im Gebiet Donezk) verwendet, wenn man sagen wollte, dass der Mensch festgenommen wurde. ‚Bibliothek‘ ist kein konkreter Ort. So wurde sowohl der Flughafen als auch der ‚Asow‘-Stützpunkt am linken Ufer – der Ordschinikidse-Bezirk von Mariupopl, ein Schulgebäude, genannt. Es gab noch ein privates Haus nahe der Ausfahrt aus Mariupol in Richtung Landkreis Wolodarsk, wo sich ebenfalls „Asow“-Kämpfer befanden. Von wo genau die Leute gebracht wurden, weiß ich nicht. Es wurde gesagt – aus der ‚Bibliothek‘“.

    Nach seinen Angaben wurde das Gefängnis am Flughafen gleich mit der Besetzung Mariupols durch das „Asow“-Bataillon eingerichtet. Da gab es auch den Stab des „Sektors M“, dort befand sich auch das Kommando der Freiwilligen-Bataillone unter Führung der Armee und des SBU.

    „‚Asow‘-Kämpfer wurden nur zur Erfüllung der ‚notwendigen‘ Aufgaben herangezogen, beispielsweise zur Arbeit mit Festgenommenen. Ins Gefängnis gerieten alle, die wegen Verbindungen mit der Volksrepublik Donezk in Mariupol sowie in den Landkreisen Perschotrawnrwoje, Wolodarsk und Nowy Asow verdächtigt wurden. Meines Erachtens gab es mindestens 120 Figuranten“, so der ehemalige SBU-Mitarbeiter.

    Nach seinen Angaben wurden Gefangene nach dem „Besuch“ der „Bibliothek“ bis zur Verlegung in die U-Haft einige Tage im Ambulanz-Krankenhaus und in anderen Krankenhäusern von Mariupol behandelt. Zu Befragungen beim SBU kamen die Gefangenen erst, wenn sie wieder halbwegs wie Menschen aussahen.

    „Sie baten selbst, sie schneller in die U-Haft zu verlegen und nicht zurück in den Flughafen zu bringen“, so der Gesprächspartner. Über ihr weiteres Schicksal weiß er wenig.

    Verhört durch Ljaschko und Mossijtschuk persönlich

    Der 33-jährige Einwohner von Mariupol Kirill Filitschkin geriet als einer der ersten in den Flughafen – am 7. Mai 2014, als das „Asow“-Bataillon und die Kräfte der Antiterroroperation mit Gefechten die Stadt einnahmen.

    Kirill Filitschkin
    © Sputnik /
    Kirill Filitschkin

    Er wurde von den berüchtigten Politikern Oleg Ljaschko und Igor Mossijtschuk (der jetzige Abgeordnete und damals – einer der „Asow“-Gründer) verhört. Ein Video mit Verhören geriet auf YouTube und wurde im Herbst 2014 zu einem der Beweise der Schuld Filitschkins, als er wegen Beteiligung an der Festnahme von fünf ukrainischen Soldaten, die er zum Beitritt zu den Aufständischen der Volksrepublik Donezk aufrief, vor Gericht gestellt wurde. Augenzeugen haben ihn in den Videos mit Ljaschko und Mossijtschuk erkannt, was sogar in einem der Urteile widerspiegelt wird.

    Der ukrainische Politiker Oleg Ljaschko (i.d.Mitte) besucht Regierungstruppen an der russisch-ukrainischen Grenze (Archivbild)
    © AP Photo / Osman Karimov
    Der ukrainische Politiker Oleg Ljaschko (i.d.Mitte) besucht Regierungstruppen an der russisch-ukrainischen Grenze (Archivbild)

    Dennoch gibt es ein kleines Missverständnis. Die Videos wurden am 7. Mai gemacht, doch offiziell wurde Filitschkin erst am 17. August 2014 festgenommen. Die Monate dazwischen verbrachte er in verschiedenen geheimen Gefängnissen.

    Am Flughafen Mariupol war er allerdings nur wenige Stunden. Er wurde dahin gleich nach seiner Festnahme gebracht.

    „Als ich zur Besinnung kam, verstand ich, dass es der Flughafen Mariupol war. Vor mir waren Oleg Ljaschko, Igor Mossijtschuk – er befehligte diese Leute in schwarzer Uniform“, erzählt Filitschkin.

    Ljaschko und Mossijtschuk haben zusammen mit dem Gefangenen eher mehr vor der Kamera posiert – die PR-Vorliebe Ljaschkos sorgte seit langem für Witze in der Ukraine. Damals wurde der skandalöse Politiker sogar von dem künftigem Präsidenten Wladimir Selenski parodiert.

    Die Folterknechte sagten – „Uns ist einfach langweilig“

    Nach der Aufnahme des Videos wurde Filitschkin an Kämpfer des „Rechten Sektors“ übergeben. Damals gab es anscheinend noch kein geheimes Gefängnis am Flughafen. Filitschkin wurde stark verprügelt und gefoltert.

    „Meine Finger wurden auf einen Kolben gelegt und mit einem anderen Kolben geschlagen. Mit einem Dolch wurde eine Sehne an der Hand durchgeschnitten, damit ich den Abzug nicht ziehen kann. Der Finger beugt sich bis heute nicht. Mossijtschuk steckte mir persönlich einen Dolch in das Bein“, erinnert sich Filitshkin und zeigt Narben auf den Händen.

    Aktion der ukrainischen Rechtsextremisten in Kiew im Februar 2019
    © Sputnik / Stringer
    Aktion der ukrainischen Rechtsextremisten in Kiew im Februar 2019

    Prügel gab es auch später, als Filitschkin nach Kiew gebracht wurde – direkt auf dem Weg nach Kiew. „Damit ich nicht schlafen konnte, wurde mir mit einem Kolben auf den Hals geschlagen, mit einem Dolch in ein Bein gestochen. Ich fragte sie – wozu macht ihr das? Sie sagten – uns ist einfach langweilig“.

    Wer waren diese Folterknechte?

    „Da gab es 19-Jährige, Ultras, Fußball-Hooligans. Ihnen gefällt einfach Menschen zu schlagen. An Folterungen nahmen sogar Frauen teil, die als Ärzte angemeldet waren“, erzählt Filitschkin.

    Im Bataillon „Asow“ und im „Rechten Sektor“ gab es auch kurz davor amnestierte Kriminelle – die neuen ukrainischen Behörden mussten dringend die Reihen der Freiwilligenbataillone füllen.

    „Sie prahlten damit, dass sie noch vor einem Monat hinter Gittern saßen, dann wurde ihnen gesagt – ihr sollt jetzt dasselbe, was ihr zuvor gemacht habt, im Donezbecken machen“. „Wir können euch auch töten, uns wird nichts dafür“, sagten sie. Viele zeigten Ausweise von Mitarbeitern des Innenministeriums, prahlten damit, dass sie schon zwei Autos hätten.

    In Kiew traf er in so einem Zustand ein, dass er nicht in die U-Haft aufgenommen wurde, weil man befürchtete, dass er dort stirbt und die Mitarbeiter des U-Gefängnisses dafür verantwortlich gemacht würden. „Rippen waren gebrochen, ein Bein durchgebrochen“, sagte er.

    „In Mariupol verschwanden sechs bis acht Menschen pro Tag“

    Doch er ist noch leicht davon gekommen. Er weiß, dass es am Flughafen Mariupol ein Grab für die in der „Bibliothek“ Verstorbenen gab, die die Folterungen nicht überlebten bzw. erschossen wurden.

    „Es wurde ein Graben gebuddelt, Leichname wurden hinein geworfen. Als der Graben voll war, wurde er mit Beton begossen und aufgeschüttet“, erzählt Filitschkin laut Aussagen seiner Freunde, Augenzeugen des Geschehenen, darunter solcher, die die Leichname der Verstorbenen tragen mussten.

    Augenzeugen behaupten unter anderem, dass es so ein Massengrab unmittelbar in der Nähe der Start- und Landebahn gebe. Wie viele Menschen dort begraben sind, ist schwer zu sagen.

    „2014, als diese Geschichte ihren Höhepunkt erreichte, verschwanden in Mariupol jeden Tag sechs bis acht Menschen. Manche von ihnen kehrten dann zurück, aber von den anderen ist seitdem nichts bekannt. Viele Gefangene konnten es moralisch nicht aushalten, holten Metallplättchen aus Schuheinlagen heraus und durchschnitten sich die Venen“, ergänzte Filitschkin.

    In Mariupol war es ziemlich üblich, dass „Asow“-Kämpfer Busse mit Arbeitern stoppten und jede verdächtige Person hinauswarfen.

    Irgendwann werden internationale Organisationen diese Massengräber finden, die Namen der Todesopfer feststellen und die an diesen Kriegsverbrechen schuldigen Personen bestrafen, ist Filitschkin überzeugt.

    Oleg Ljaschko (R) bei der Festnahme von Kirill Filitschkin
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    Oleg Ljaschko (R) bei der Festnahme von Kirill Filitschkin

    Was ihn selbst angeht, so hat er insgesamt dreieinhalb Jahre hinter Gittern verbracht. Am 8. Juni 2015 wurde er zu zwölf Jahren Haft verurteilt, und am 27. Dezember 2017 wurde er ausgetauscht.

    Nach seiner Befreiung entdeckten Ärzte in Donezk etliche Narben auf seinem Körper, die nach den Foltern geblieben waren. „Auf dem Körper Filitschkins wurden zahlreiche Narben am Kopf, an den Armen, am rechten Oberschenkel festgestellt, die sich als Folgen von Prellungen und Wunden qualifizieren lassen, nachdem er mit dumpfen Gegenständen geschlagen wurde. Es wurden auch Narben entdeckt, die nach Schnitten entstanden sind“, steht in seinem Patientenbuch.

    „BIN AUF ETWAS WEICHES GEFALLEN UND HABE VERSTANDEN, DASS DAS MENSCHENKÖRPER WAREN“

    RIA Novosti hat noch einen weiteren ehemaligen Gefangenen der „Bibliothek“ in Mariupol gefunden, der mit seinen eigenen Augen Massengräber auf dem Flughafengelände gesehen haben soll. Und sogar selbst dorthin geraten  sein soll – die dortigen Wärter hatten so einen Scherz, berichtet er. Oder das könnte auch eine Art Psycho-Folter gewesen sein.

    Der Mann heißt Michail Schubin (geboren 1965), früherer Einwohner von Mariupol. Einst war er sowjetischer Militär und nahm sogar als Soldat der Luftlandetruppen am Afghanistan-Krieg teil.

    Michail Schubin
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    Michail Schubin

    2001 war er aus Russland nach Mariupol gezogen, in die Heimatstadt seiner Frau. Später bekam er auch die ukrainische Staatsbürgerschaft. Vermutlich dachten „Asow“-Kämpfer, dass Schubin mit den russischen Geheimdiensten Kontakte haben könnte oder sogar russischer Spion wäre. Deshalb wurde er am Flughafen besonders grausam gefoltert – zwei Wochen lang. Die „Asow“-Kämpfer forderten von ihm Informationen über „Betreuer, Kontaktpersonen und Aufträge“, aber Schubin konnte ihnen kaum etwas erzählen, vielleicht nur über den Kauf von Maschinenpistolen und Munition auf einem Mariupoler Stadtmarkt – er empfand tatsächlich Sympathie für die Volksrepublik Donezk.

    Im Frühsommer 2014 war Schubin vom Wehrkommando einberufen worden und bekam das Angebot, dem „Asow“-Bataillon beizutreten – als Instrukteur. Als einstiger sowjetischer Soldat und Russe verstand er natürlich, dass er selbst unmöglich „Asow“-Kämpfer werden könnte. Seine Absage könnte ein weiterer Grund gewesen sein, weshalb der SBU und die in Russland verbotene Organisation „Rechter Sektor“ aufmerksam auf ihn wurden.

    In die Hände der „Asow“-Kämpfer geriet Schubin im August 2014, aber offiziell wurde seine Festnahme erst drei Wochen später, am 9. September, dokumentiert.

    „Ich kenne fünf Massengräber dort – unter der Start- und Landebahn für leichte Flugzeuge. In einer Grube habe ich selbst einen Tag verbracht – neben Leichen. Das war eine der Foltern, um Gefangene psychisch unter Druck zu setzen“, erzählt Schubin.

    Die Leichengrube beschrieb er so:

    „Die Grube ist nicht besonders groß – drei mal drei oder vier mal vier Meter. Ich wurde mit einem Sack auf dem Kopf von Wärtern dorthin geführt. Plötzlich verlor ich den Boden unter den Füßen und fiel in die Tiefe. Ich fiel auf etwas Weiches und begriff, dass das Leichen waren – weibliche, männliche… Einigen von ihnen war der Bauch aufgeschnitten, anderen war der Hals durchgeschnitten oder gebrochen. Da lagen sechs oder sieben Leichen.“

    „SCHMERZHAFT? DAS IST KEIN PASSENDES WORT!“

    Das war nicht die einzige Folter, der Schubin unterzogen wurde. Er wurde ständig verhört. Dabei hätten seine Folterer nicht nur Informationen von ihm gewollt – es habe ihnen einfach Spaß gemacht, den „Separatisten“ zu quälen, sagt Schubin. Oft sei er noch vor dem Verhör zusammengeschlagen worden, um ihn zum Reden zu bringen. Und der Untersuchungsrichter des SBU namens Romanenko, der seinen Fall ermittelte, beobachtete das alles.

    „Ich wurde verprügelt, und dann hörte ich Romanenkos Stimme: ‚Das reicht vorerst. Führt ihn hinein‘“, so Schubin.

    Besonders schlimm seien die Foltern mit Strom gewesen. „Man führte mich in ein Zimmer und verlangte, dass ich mich ausziehe. Dann wurde ich niedergeschlagen, und der Boden war nass, weil man darauf zuvor einen Eimer Wasser geschüttet hatte. Dann wurde mir an den Penis eine Klemme von einem Schweißgerät gebunden, und die andere Klemme an meine Ferse. Das war sehr unangenehm, ja fast tödlich. Da musste ich mich auf dem Boden krümmen“, erzählte der Mann.

    Michail Schubin zeigt die Folterspuren auf seinen Beinen
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    Michail Schubin zeigt die Folterspuren auf seinen Beinen

    Etwas leichter seien die Foltern mit dem Elektroschockgerät gewesen: „Einmal war die Batterie leer. Man stieß mich mehrmals damit an, gab dann aber diese Idee auf.“

    Und es habe noch eine „raffinierte“ Folter gegeben. Man sei mit Handschellen an den Boden gebunden und auf eine Hebemaschine gesetzt worden – und diese sei eingeschaltet worden.

    -  „War das sehr schmerzhaft?“

    -  „Schmerzhaft ist kein passendes Wort. Ich hatte das Gefühl, dass ich in Stücke zerrissen wurde“, gab der frühere Häftling der „Bibliothek“ an.

    Seine Quäler wird er nach seinen Worten nie vergessen. Übrigens seien von den Folterern angeblich dieselben Codenamen benutzt worden, wie im Fall von Olga Selezkajas (siehe erster Teil der Serie). Möglicherweise sind das tatsächlich dieselben Personen, so Schubin.

    „Sie nannten einander ‚Metzger‘ und ‚Doktor‘. Aber wissen sie was: eigentlich habe ich dort auch Menschen aus Russland gesehen – gerade am Flughafen. Sie kamen speziell dorthin“, so Schubin.

    Auch die Kühlräume habe er im Gedächtnis behalten, von denen der frühere Oberstleutnant des SBU, Wassili Prosorow, auf seiner Pressekonferenz erzählte.

    „In zwei Kühlräumen wurden Menschen und im dritten Lebensmittel gehalten. Wir waren zu sechst in unserem Kühlraum. Und Frauen wurden irgendwo anders gehalten“, betont Schubin.

    Zum Abschluss des Interviews gab er plötzlich etwas zu: „Wir wurden aber gut ernährt. Was die selbst aßen, das gaben sie auch uns: Kartoffeln mit Dosenfleisch – drei Mal am Tag.“

    Zwei Wochen später, nachdem der SBU und die „Asow“-Kämpfer aus Schubin alle Informationen, die er nur kannte, „herausgeprügelt“ hatten, wurde er in ein Untersuchungsgefängnis in Mariupol gebracht.

    „Mehrere Stunden fuhren wir hin und her, weil man uns nicht aufnehmen wollte – man hatte ja Angst, dass wir ins Gras beißen würden, weil wir alle unzählige blaue Flecken hatten nach all den Schlägen. Wir wurden in ein Krankenhaus in Mariupol gebracht. Da sagte jemand: ‚Wie lange wollt ihr euch mit denen noch abmühen? Wir sollten sie lieber in einen Wald bringen und dort begraben!‘“, erinnert sich Schubin.

    Diese Drohungen waren nach seiner Auffassung durchaus realistisch: „Es gab ja solche Fälle. Später wurden in Wäldern Leichen oder einzelne Körperteile entdeckt.“

    Aber er habe Glück gehabt – und sei am Ende doch im Untersuchungsgefängnis gelandet. „Dort konnte ich mich zum ersten Mal seit langer Zeit ausschlafen“, sagt Schubin lächelnd.

    Ende 2014 wurde er im Rahmen des Gefangenenaustauschs der Volksrepublik Donezk übergeben. Später musste er noch drei Monate in Donezker Krankenhäusern behandelt werden.

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