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17:06 22 September 2019
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    US-Schiffe in der Straße von Hormus am 18. Juli 2019

    Straße von Hormus: USA wollen Militärkoalition – doch nur wenige machen mit

    © Foto: U.S. Marine Corps/Cpl. Jason Monty
    Politik
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    US-Außenminister Mike Pompeo meint, dass sich Staaten aus verschiedenen Regionen einer Koalition unter der Federführung Washingtons anschließen werden, die die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus gewährleisten soll. Tatsächlich geht es um militärischen Druck gegen den Iran und die Eindämmung von dessen regionalen Machtansprüchen.

    Wozu die Koalition angekündigt wird

    Der Dozent des Lehrstuhls für Politologie der Russischen Plechanow-Wirtschaftsuniversität, Alexander Perendschijew, sagte gegenüber Sputnik: „Diese Verkündung ist natürlich eine Methode des psychologisch-emotionalen Einflusses auf den Iran. Zudem analysieren die USA die Position ihrer Verbündeten, ob sie sich auf Befehl einreihen werden oder nicht. Für die Amerikaner ist wichtig, das zu wissen.

    Solche Erklärungen und Versuche von Patrouillen gab es auch früher, das ist keine Neuheit. In der Praxis wird es meines Erachtens keine ernstzunehmende Armada vor der Küste Irans geben. Der Ölexport betrifft große Konzerne, die die Weltwirtschaft steuern. Sie wollen Stabilität und keine Eskalation der Situation“.

    Experten zufolge ist die Koalition von den Amerikanern aus zwei Gründen gewollt – die Völkerrechtsnormen zugunsten der Interessen der USA zu umgehen und eigene Ressourcen zu sparen, wobei die Finanzlast auf andere verschoben wird.

    Wer teilnehmen wird

    „Aus jüngsten Verkündigungen wird klar, dass die engsten und stärksten Verbündeten der USA – Großbritannien, Frankreich und Italien der Koalition nicht beitreten werden. Großbritannien wird europäische Kräfte schaffen, die nicht Teil der US-Koalition sein werden“, sagte der Politologe Imad Abdel Hadi aus den USA.

    „Der Koalition werden Golfstaaten beitreten. Katar wird nicht dabei sein, weil das Land enge Verbindungen zum Iran hat. Pompeo sagte, dass man auch aus dem Hintergrund an der Koalition teilnehmen könne – indem Geld und Waren geschickt würden. Es werden China und Indien herangezogen, die Öl über die Straße von Hormus exportieren. Die USA können es sich nicht leisten, allein zu patrouillieren“, sagte Imad Abdel Hadi.

    Der iranische Experte Ahmed Mahdi meint, dass diese geplante Allianz nicht zustande kommen werde. „Das Heranziehen von Militärkräften aus Japan, Australien sowie den europäischen Ländern ist sehr teuer für die potentiellen Teilnehmer der Koalition. Die Kosten und die Ergebnisse stehen in keinem Verhältnis. Sie werden kaum darin einwilligen. Generell sollte das Gewässer von den Ländern überwacht werden, die sich dort befinden, und nicht von Gästen aus Übersee“, so der Experte.

    Irans Reaktion

    „Der Iran wird harte Maßnahmen ergreifen und die Amerikaner daran hindern, in dieser Straße zu herrschen“, sagte der Dozent des Lehrstuhls für Politologie der Russischen Plechanow-Wirtschaftsuniversität Alexander Perendschijew.

    Der iranische Experte Ahmed Mahdi ist ebenfalls dieser Meinung. „Der Iran wird seine Interessen verteidigen, indem seine Verbündeten in der Region und der Welt herangezogen werden. Die Tatsache, dass Russland nicht in diese Koalition eingeladen wurde, bedeutet, dass die Verkündigungen über die Schaffung der Koalition eher als Einflussmethode notwendig sind. Die Amerikaner streben nicht nach der Gewährleistung der Sicherheit, sie wollen den Iran unter Druck setzen“, sagte Mahdi.

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    Tags:
    Druck, Koalition, Sicherheit, Straße von Hormus, Iran, USA