19:45 15 November 2019
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    Der türkische President Recep Tayyip Erdogan bei  einer  Pressekonferenz in Sotschi am  24. Februar  2019

    S-400-Streit: Erdogan droht Washington mit Stornierung von Boeing-Bestellungen

    © AP Photo / Sergei Chirikov/Pool Photo via AP
    Politik
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    Im Streit mit den USA wegen des Kaufs russischer S-400 hat der türkische Präsident Tayyip Erdogan mit der Stornierung von bereits bestellten Boeing–Flugzeugen gedroht.

    Erdogan reagierte damit am Freitag auf den Ausschluss der Türkei aus dem amerikanischen F-35-Kampfjet-Programm. Auch wenn man keine dieser Maschinen bekomme, kaufe man 100 Boeing-Flugzeuge, sagte Erdogan vor Mitgliedern seiner regierenden AK-Partei.

    Die Vereinbarung sei unterzeichnet worden. Inzwischen sei bereits eine Boeing-Maschine angekommen und die Türkei leiste die Zahlungen.

    „Wir sind gute Kunden“, so Erdogan. „Aber wenn die Dinge so weiterlaufen, werden wir das überdenken müssen.“

    Früher am Freitag hat Erdogan mitgeteilt, die Türkei beabsichtige, die russischen Raketenabwehrsysteme S-400 im Frühjahr in Dienst zu stellen.

    Zuvor hatten die USA die Türkei endgültig aus dem F-35-Programm gestrichen. Das Weiße Haus stellte am Mittwoch klar, dass die Türkei wegen des Kaufs des russischen Raketenabwehrsystems S-400 nicht mehr Teilnehmer des Programms zum Bau der Kampfjets F-35 sein könne.

    S-400-Lieferungen in die Türkei

    Die Lieferungen der S-400-Raketenabwehrkomplexe in die Türkei begannen am 12. Juli und werden voraussichtlich bis April 2020 dauern. Erdogan bezeichnete das Abkommen mit Russland als die wichtigste Vereinbarung in der Gegenwartsgeschichte des Landes und äußerte die Hoffnung, eine gemeinsame Produktion von Luftabwehrsystemen in Gang bringen zu können.

    sm/gs

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    Tags:
    Recep Tayyip Erdogan, Raketenabwehrsystem S-400, Türkei