12:16 17 November 2019
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    Menschen in dem Bundestag-Gebäude (Symbolbild)

    Deutschland: Mitgliederzahl in großen Parteien seit 1990 fast halbiert – Studie

    © AP Photo / Markus Schreiber
    Politik
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    Die etablierten deutschen Parteien haben seit der Wiedervereinigung zusammen nahezu 50 Prozent ihrer Mitglieder verloren. Das geht aus einer Studie des Politikwissenschaftlers und Parteienexperten Oskar Niedermayer von der Freien Universität Berlin hervor.

    Dem auf der offiziellen Seite der Universität veröffentlichten Schreiben zufolge ist die Linke der größte Verlierer. Ende 2018 hatte sie 78 Prozent weniger Mitglieder als die PDS – einer ihrer Vorläufer – Ende 1990. Zum Jahresende 2018 gehörten der Partei nur noch 62.016 Menschen an.

    Die FDP büßte laut dem Papier im gleichen Zeitraum 62 Prozent ihrer Mitglieder ein und lag Ende 2018 bei knapp 64.000. Die SPD hat 54 Prozent verloren und nur noch 437.754 Mitglieder.

    Die CDU verbuchte ein Minus von 48 Prozent und wird inzwischen nur noch von 414.905 Mitgliedern unterstützt. Auch bei der CSU soll es bergab gegangen sein. Ihre Mitgliedszahl schrumpfte um 26 Prozent auf nun etwa 138.000.

    Mehr Mitglieder bei der Grünen-Partei

    Im Gegensatz dazu konnten die Grünen die Zahl ihrer Mitglieder Niedermayer zufolge seit 1990 um 82 Prozent steigern: Ende vergangenen Jahres waren es 75.311. Die AfD verzeichnete seit ihrem Gründungsjahr 2013 ein Plus von fast 90 Prozent auf 33516 Mitglieder.

    „Nimmt man alle Parteien zusammen, so ist die Zahl der Parteimitglieder seit 1990 um knapp die Hälfte gesunken“, schreibt der Wissenschaftler.

    2017 wuchsen deutsche Parteien erstmals seit 30 Jahren

    Im Bundestagswahljahr 2017 stieg demnach die Zahl der Parteimitglieder um 1,8 Prozent. Das soll der erste deutliche Zuwachs seit 1990 gewesen sein. Von der politischen Mobilisierung profitierten damals in unterschiedlichem Maße alle Parteien außer der CDU und der CSU.

    Die SPD baute 2017 ihren Vorsprung als mitgliederstärkste Partei aus. Zu diesem Zugewinn soll der sogenannte Schulz-Hype nach der Nominierung von Martin Schulz zum SPD-Kanzlerkandidaten geführt haben, teilte Niedermayer früher mit.

    mo/gs

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    Deutschland