10:57 05 August 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    615412
    Abonnieren

    Die von Nordkorea am Donnerstag getesteten Kurzstreckenraketen können laut US-amerikanischen und südkoreanischen Militärexperten die in Südkorea aufgestellten Raketenabwehrsysteme umgehen. Eine solche Schlussfolgerung haben sie aufgrund einer Flugbahn-Analyse gezogen. Dies berichtet die südkoreanische Zeitung „The Korea Times“.

    Demnach können die von Nordkorea erprobten Raketen nach einem raschen Sinkflug horizontal fliegen und dann die Flugbahn drastisch in eine vertikale Flugbahn ändern, um ein Ziel treffen zu können.

    Eben diese Eigenschaft der nordkoreanischen Rakete erschwere für die in Südkorea vorhandenen Raketenabwehrsysteme das Abfangmanöver, da die letzteren dazu bestimmt seien, die Raketen auf dem „Endpunkt“ ihrer Flugstrecke zu zerstören.

    „Das südkoreanische Militär hat somit weniger Zeit, um die Raketen abzuwehren, die in geringer Höhe auf einer so komplexen Flugbahn fliegen können. Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass diese durch die in Südkorea aufgestellten Flugabwehrsysteme PAC-3s abgefangen werden, müssen auf jedes Ziel mehr Raketen abgefeuert werden“, zitiert das Blatt einen Vertreter des südkoreanischen Verteidigungsministeriums.

    Nordkoreas neue Raketentests

    Nordkorea hat nach Erkenntnissen der USA und Südkoreas am Donnerstag eine neue Waffenerprobung vorgenommen. In Wonsan an der Ostküste Nordkoreas seien zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert worden, erklärte die südkoreanische Militärführung nach Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap.

    Die Geschosse seien rund 430 Kilometer weit geflogen und ins Japanische Meer gestürzt. Zunächst war von „Projektilen“ die Rede gewesen. Ein US-Vertreter bestätigte die Angaben.

    Japans Verteidigungsminister Takeshi Iwaya betonte, die Raketen hätten japanische Hoheitsgewässer nicht erreicht. Er bezeichnete die Raketenstarts als „äußerst bedauerlich“.

    Raketentest im Mai durchgeführt

    Nach Angaben des Militärs könnte dies der gleiche Raketentyp sein, den Nordkorea am 9. Mai getestet hatte. Es wird üblicherweise vom Typ KN23 gesprochen. Die meisten Experten sind der Meinung, dass es sich um ballistische Kurzstreckenraketen handle.

    Damals flogen die Raketen 420 und 270 Kilometer weit, die maximale Flughöhe betrug 50 Kilometer. Dabei gehe der Gemeinsame Ausschuss der Stabschefs von Südkorea unter Berücksichtigung des Unterschieds in der Flugreichweite von KN23 und den am Donnerstag abgefeuerten Raketen davon aus, dass es die Tests einer neuen Rakete gewesen seien.

    In einer Mitteilung über die durchgeführten Raketentests wies die Zentrale Telegraphenagentur Koreas (CTAK) am Freitag darauf hin, dass es sich um eine „neue taktische niedrig fliegende Lenkwaffe mit einer gleitenden und sprunghaften Flugbahn“ handele, was das Abfangmanöver erschwere.

    pd/mt/sna

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Merkel erschüttert über Explosion in Beirut – schnelle Hilfe geplant
    Augenzeuge filmt Inferno in China: Hochspannungsleitung steht nach Blitzschlag in Flammen – Video
    Gewaltige Explosion im Hafen von Beirut – Videos
    Chinesische Su-30-Jets auf spektakulärer Zehn-Stunden-Mission gefilmt – Video
    Tags:
    Südkorea, Nordkorea, Luftabwehr