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05:24 20 September 2019
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    Die deutschen Fregatten Emden und Bremen beim Seemanöver der deutschen und französischen Marine (Archivbild)

    USA bitten Deutschland und weitere Länder offiziell um Unterstützung in Straße von Hormus

    © AFP 2019 / FRED TANNEAU
    Politik
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    Indizien und Gespräche dazu gab es schon zuvor, nun ist dieser Schritt auch offiziell erfolgt: die USA haben Deutschland förmlich darum gebeten, sich an der Sicherung der Handelsroute in der Straße von Hormus zu beteiligen. Dies bestätigte die US-Botschaft in Berlin am Dienstag.

    Wie die US-Botschaft in diesem Zusammenhang ebenfalls mitteilte, sei die Anfrage auch an die Regierungen in Paris und London gestellt worden.

    „Wir haben Deutschland förmlich gefragt, zusammen mit Frankreich und Großbritannien bei der Sicherung der Straße von Hormus mitzuhelfen und iranische Aggression zu bekämpfen”, teilte eine Sprecherin der US-Botschaft am Dienstag auch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit.

    Nach Angriffen auf Öl-Tanker in der strategisch wichtigen Wasserstraße, die vom Persischen Golf in den Golf von Oman führt, haben die USA Verbündete zu einem gemeinsamen Einsatz aufgerufen. Die Regierung in Washington macht den Iran für die Angriffe verantwortlich, der die Vorwürfe zurückweist.

    Nach der Festsetzung eines britischen Öltankers in der Straße von Hormus hatte auch die Regierung in London einen europäischen Marineeinsatz auf der für Öltransporte wichtigen Route gefordert.

    Offiziell soll es sich dabei um eine „Schutzmission” für die Handelsschiffe handeln.

    Frankreich, Italien und Dänemark haben ihre Unterstützung signalisiert. Die Bundesregierung hat bislang zurückhaltend auf eine mögliche Beteiligung an dem Einsatz reagiert.

    Nach dpa-Informationen wurde die US-Anfrage an Deutschland und andere Verbündete bereits vor mehreren Tagen schriftlich übermittelt. Es wurden auch konkrete militärische Fähigkeiten abgefragt. Eine formelle Antwort Deutschlands gebe es bislang aber nicht.

    Reaktionen in Berlin bislang sehr kühl

    Das Auswärtige Amt machte am Dienstag seinerseits aber klar, dass kein deutscher Beitrag zu der geplanten US-Mission mit dem Namen „Sentinel” (Wache) zu erwarten ist.

    „Zu einer US-geführten Schutzmission in der Straße von Hormus hat die Bundesregierung bisher keinen Beitrag in Aussicht gestellt”, hieß es aus dem Ministerium.

    Auch in der Regierungskoalition gab es starke Vorbehalte gegen einen möglichen EInsatz in der Straße von Hormus – vor allem bei der SPD. Deutschland wolle sich von US-Präsident Donald Trumps Politik des „maximalen Drucks” auf den Iran abgrenzen, so die Stimmung in Berlin.

    Ein Marineeinsatz gemeinsam mit den USA gilt deshalb als kaum denkbar. Es gibt Befürchtungen, in einen bewaffneten Konflikt der USA mit dem Iran gezogen zu werden.

    „Deutschland wird sich nicht an einer US-Mission beteiligen. Da ist man plötzlich auf Seiten der Amerikaner in einem Krieg mit dem Iran”, sagte hierzu der außenpolitische Sprecher der SPD, Nils Schmid, dem „Tagesspiegel” in der Mittwochsausgabe.

    ng/dpa/rtr

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    Tags:
    Konflikt, Drohne, Iran, Straße von Hormus, Deutschland, USA