00:12 24 September 2020
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    Kommt es zum Durchbruch in den Verhandlungen zwischen den USA und den Taliban? In den kommenden Tagen soll in der möglicherweise entscheidenden Verhandlungsrunde eine politische Lösung des langjährigen Konfliktes gefunden werden.

    Seit einem Jahr verhandeln die Vereinigten Staaten mit den radikalislamischen Taliban über eine Beilegung des bewaffneten Konfliktes, der nach wie vor zahlreiche zivile Opfer fordert. Vor der neuen Verhandlungsrunde, die am Freitag oder am Samstag beginnen soll, zeigt sich so etwas wie Optimismus. „Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Tagen ein Abkommen zwischen den USA und den Taliban unterzeichnet wird“, sagte ein afghanischer Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

    Washingtons Ziel ist es, eine Garantie dafür zu erhalten, dass Afghanistan nicht wieder zum sicheren Rückzugsort für Terroristen wird. Zudem wollen die USA den Weg für innerafghanische Friedensgespräche bereiten, die die Taliban bisher abgelehnt haben. Die Taliban wiederum fordern den Abzug der US-Truppen. Von einer Vereinbarung über einen Truppenabzug wäre auch die Bundeswehr betroffen, die vor Ort mit 1250 Soldaten präsent ist.

    In einem Gastbeitrag im „Tagesspiegel“ kritisiert Hannelore Börgel, die als Gutachterin und Beraterin für deutsche und internationale Entwicklungsinstitutionen tätig ist und den Wiederaufbau Afghanistans seit 2002 begleitet, mit diesem Verhandlungsformat werde vor allem die Macht der Taliban gesichert, nicht der Frieden. Man werde sich auf einen langen Dialogprozess einstellen müssen und gleichzeitig hoffen, dass die „deal makers“ nicht den soeben begonnenen seriöseren innerafghanischen Dialog unterlaufen beziehungsweise überholen. Ein schneller Deal zwischen der US-Regierung und den Taliban wäre fatal, so Börgel.

    Trotz laufender Verhandlungen ist ein Waffenstillstand nach wie vor nicht in Sicht. Am Mittwoch wurde ein schwerer Bombenanschlag aus der westafghanischen Provinz Farah gemeldet. Laut Angaben mehrerer Nachrichtenagenturen ist ein Bus auf einen Sprengsatz gefahren und explodiert, die Zahl der Todesopfer wurde mit mindestens 34 beziffert. In der ersten Jahreshälfte 2019 sind in Afghanistan laut Uno-Angaben knapp 1400 Zivilisten getötet und rund 2500 verletzt worden.

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    Tags:
    Truppen, Abzug, Taliban, Afghanistan, USA