06:53 03 April 2020
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    Laut dem polnischen Außenminister Jacek Czaputowicz ist die Frage der deutschen Reparationen für Schäden, die während des Zweiten Weltkriegs in Polen durch Nazi-Deutschland verursacht wurden, nicht vom Tisch.

    Czaputowicz  hat damit am Donnerstag in Warschau im Rahmen des Gedenkens anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Aufstands im Warschauer Ghetto zu der kürzlichen Aussage des Bundesaußenministers, Heiko Maas, bezüglich deutscher Kriegsreparationen Stellung bezogen.

    Maas, der am Donnerstag ebenfalls an der Gedenkveranstaltung in Warschau teilnahm, hatte sich tags zuvor im Interview mit dem polnischen Portal Grupa Wirtualna Polska in diesem Zusammenhang dahingehend geäußert, dass das Thema der deutschen Reparationszahlungen an Polen rechtlich bereits abgeschlossen sei.

    Czaputowicz  sieht das anders: „Der Schaden, der Polen und seinen Einwohnern zugefügt wurde, ist von den Schuldigen nicht beglichen worden. Diese Tatsache ist ein Sinnbild für ein breiteres Problem, das die Polen daran hindert, die Frage der Reparationen als abgeschlossen anzuerkennen.“

    Streit um Kriegsreparationen

    Auch der polnische Präsident, Andrzej Duda, hatte diesbezüglich bereits mehrfach erklärt, dass die Frage der deutschen Wiedergutmachung noch offen sei.

    Polens Reparationsbeauftragter Arkadiusz Mularczyk hatte im Mai mitgeteilt, dass die Summe der Kompensationen für die Schäden, die dem Land während des Zweiten Weltkrieges durch die Nazis zugefügt wurden, im Bereich von einer Billion US-Dollar (etwa  900 Milliarden Euro) liegen würde.

    Auch der polnische Abgeordnete Janusz Szewczak, Mitglied einer Parlamentsgruppe für die Einschätzung der Kompensationen für die Kriegsschäden, ging von einem ähnlichen hohen Wert aus, den Deutschland Polen schulde.  

    Für Deutschland hingegen ist das Thema juristisch abgeschlossen. So hatte die Bundesregierung die Reparationsforderungen Polens schon zuvor mit Verweis auf einen mehrfach bestätigten polnischen Verzicht auf Zahlungen solcher Art zurückgewiesen. Polnische Regierungsmitglieder argumentieren jedoch, die entsprechende Erklärung aus dem Jahr 1953 sei verfassungswidrig gewesen und nur auf Druck der Sowjetunion erfolgt. Außerdem habe die Erklärung nur die DDR betroffen.

    awm/ae

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    Tags:
    Kriegsreparationen, Polen