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05:09 20 September 2019
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    Ex-Kanzler-Berater Horst Teltschik am Montag in Berlin

    Kohl-Berater Teltschik: Merkel sollte sich für Vertrauensverhältnis mit Moskau engagieren

    © Sputnik / Tilo Gräser
    Politik
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    Der ehemalige Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz Horst Teltschik (CDU) hat bei einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk am Samstag Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgerufen, zusammen mit dem Nato-Generalsekretär und dem französischen Präsidenten eine Strategie zum Wiederaufbau des Vertrauensverhältnisses mit Moskau zu erarbeiten.

    Teltschik verwies auf die Gefahren, die das Ende des einst von der Sowjetunion und den USA geschlossenen INF-Vertrages, der die Vernichtung landgestützter Flugkörper mit kürzerer und mittlerer Reichweitevorgesehen hatte, birgt. Er befürchte, dass die Großmächte nun atomare Gefechtsfeldwaffen entwickeln könnten. Auch drohten das Ende des Abkommens zur Beschränkung der strategischen Atomwaffen und neue Gefährdungen durch Weltraumwaffen und Drohnen, sagte er.

    Die Bundeskanzlerin und die kommende EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen müssten mit dem Nato-Generalsekretär, Jens Stoltenberg, sprechen und mit dem französischen Präsidenten überlegen, welche Strategie entwickelt werden sollte, „um jetzt zu einem neuen Vertrauensverhältnis mit Russland zu kommen und diese Spannungen abzubauen“.

    Teltschik zufolge mangelt es heutzutage an effektiven Plattformen zur Besprechung der bestehenden Probleme: „Wir haben eine breite Palette von Themen, (...) aber keine Struktur, die in der Lage ist, im Augenblick diesen ganzen Komplex zu verhandeln“, sagte er. Foren wie der Nato-Russland-Rat und die OSZE müssten besser genutzt werden.

    Außerdem ging Teltschik auf die Beilegung der Krise am Persischen Golf und die Entspannung mit dem Iran ein. Eines der Probleme bestehe darin, dass „wir einen unberechenbaren amerikanischen Präsidenten haben, der gegenüber dem Iran ständig Drohungen ausstößt“. Es sei die „größte Dummheit“ der Amerikaner, dem iranischen Außenminister, Mohammed Dschawad Sarif, Sanktionen aufzuerlegen und gleichzeitig zu sagen, man wolle miteinander sprechen. Das passe nicht zusammen, so Teltschik.

    Teltschik leitete von 1999 bis 2008 die Münchner Sicherheitskonferenz. Der langjährige Berater Kohls arbeitete in den 1980er Jahren im Kanzleramt in der Außen- und Sicherheitspolitik und befasste sich dabei mit den Verhandlungen mit Polen und der DDR.

    asch/ae/dpa

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    Tags:
    Horst Teltschik, Ursula von der Leyen, Angela Merkel, Vertrauen, Beziehungen, Russland, Deutschland