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    Serbiens Präsident Aleksandar Vucic (Archiv)

    Aleksandar Vucic: Wo sind 500.000 Serben aus Kroatien geblieben?

    © AP Photo / Darko Vojinovic
    Politik
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    Der Präsident Serbiens (Republika Srpska), Aleksandar Vucic, hat alle Mitbürger aufgerufen, an einer Trauerzeremonie zum Gedenken an die Opfer der ethnischen Säuberungen von vor 24 Jahren in Kroatien teilzunehmen. Die Gedenkaktion findet am heutigen Sonntag, dem 4. August, im Kloster Krušedol (unweit von Novi Sad) statt.

    „Wir werden die bisher schwerste ethnische Säuberung seit dem Zweiten Weltkrieg niemals vergessen. Es handelt sich um die Operation ‚Oluja‘ (‚Sturmwind‘)“, sagte Vucic. Er fügte zugleich hinzu: „Wir leben für die Zukunft und nicht für die Vergangenheit. Serbien und das serbische Volk gehen einer guten Zukunft entgegen.“

    Am 4. August wird zum 24. Mal der Opfer der Operation „Oluja“ gedacht, die die Streitkräfte Kroatiens und des 5. Korps der Armee von Bosnien-Herzegowina gemeinsam durchgeführt hatten. In deren Ergebnis wurden im Laufe von 84 Stunden die 1991 gegründete Republika Srpska Krajina, deren Ziel eine Autonomie war, vernichtet und die „serbische Frage“ an den Grenzen zu Ostkroatien gewaltsam gelöst.

    Die Operation „Oluja“ werde in Kroatien als Sieg im Rahmen des „Vaterländischen Krieges“ und nicht als die Vertreibung von Serben von ihrem angestammten Territorium gepriesen, so Vucic.

    „Unsere Aufgabe besteht darin, dies niemals zu vergessen und auf würdige und ernste Weise daran zu erinnern“, so der Politiker.

    Er verwies auf das Bestreben von Belgrad, gutnachbarliche Beziehungen zu Zagreb zu entwickeln. Dabei wandte er sich an die kroatische Führung mit folgenden Worten:

    „Laut der Volkszählung 1991 hatte es damals in Kroatien 582.000 Serben und 106.000 Jugoslawen, das heißt rund 650.000 Serben gegeben. Im Jahr 2011 lag ihre Zahl bei nur 184.000. Wo sind denn 500.000 Serben geblieben?“

    Laut Augenzeugenberichten hatte die kroatische Armee beim Einmarsch in die Srpska Krajina auf ihrem Weg alles verbrannt und vernichtet. Zudem sollen die Kroaten Aufklärungsdaten der Nato-Flugzeuge genutzt haben, die über der Kriegszone patrouillierten. 

    ls/mt

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    Tags:
    Krieg, Konflikt, Aleksandar Vučić, Kroatien, Kosovo, Serbien