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12:47 13 November 2019
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    Leitung der Pipeline Nord-Stream 2 (Archiv)

    Trotz US-Sanktionen: Nord-Stream-2-Betreiber will Projekt nicht auf Eis legen

    © Sputnik / Ilja Pitalew
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    Das Ringen um Europas Energie – Alles Wichtige zu Nord Stream 2 (60)
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    Die vom Fachausschuss des US-Senats verabschiedeten Sanktionen gegen das Projekt zum Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 werden laut Betreiber Nord Stream 2 AG den Bau nicht stoppen.

    Wie ein Sprecher des Pipeline-Betreibers gegenüber Medien sagte, kalkuliere das Unternehmen zurzeit die US-Initiative in Bezug auf die Sanktionen. Aus diesem Grund sei es noch verfrüht, einen möglichen Einfluss dieser Einschränkungsmaßnahmen auf das Projekt zu kommentieren.

    Zudem erinnerte er daran, dass Energiekonzerne aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden ihre Bereitschaft bekundet hätten, je eine Milliarde US-Dollar in dieses Projekt zu investieren. Insgesamt arbeiteten über 1.000 Unternehmen aus 25 Ländern an dem Projekt und hätten vor, „seine Vollendung zu sehen“.

    Verabschiedung der Sanktionen gegen Nord Stream 2 durch Ausschuss des US-Senats zur Außenpolitik

    Am Donnerstag hatte der russische Gaskonzern Gazprom mitgeteilt, dass der Bau der Gaspipeline fortgesetzt werde. Bisher seien knapp 1.740 Kilometer der Gasleitung – etwa 71 Prozent ihrer Gesamtlänge – auf dem Ostsee-Boden verlegt worden. 

    In der vorigen Woche hatte der außenpolitische Ausschuss des US-Senats mehrheitlich für Sanktionen gegen Nord Stream 2 gestimmt. Der Entwurf stammt demnach von dem republikanischen Senator Ted Cruz und der Demokratin Jeanne Shaheen.

    Darin sind ein Einreiseverbot in die USA sowie das Einfrieren der Vermögenswerte von Personen vorgesehen, die an Geschäften mit Schiffen zur Verlegung russischer Pipelines in einer Tiefe von 30 Metern beteiligt sind.

    Vor der endgültigen Entscheidung von US-Präsident Donald Trump soll es noch zwei weitere Abstimmungen, unter anderem im Repräsentantenhaus, geben.

    Das russische Außenministerium erklärte vor dem Hintergrund möglicher restriktiver Maßnahmen wiederholt, dass Nord Stream 2 ein kommerzielles Projekt sei, das den Interessen Europas entspreche.

    Dänemark als bürokratischer Hürdensetzer

    In den letzten Monaten hat sich außer den USA auch Dänemark erheblich in den Weg von Nord Stream 2 gestellt. Laut Beobachtern könnte das Land dadurch auch versuchen, das eigene Konkurrenzprojekt – die Pipeline Baltic Pipe – durchzudrücken, für das das Land vor Kurzem problemlos die Genehmigung erteilt hatte.

    Die Baltic Pipe soll Gas aus Norwegen über Dänemark bis nach Polen transportieren.

    Nord Stream 2

    Das Projekt Nord Stream 2 sieht die Verlegung von zwei Strängen von der russischen Küste über den Meeresgrund der Ostsee bis zur Küste Deutschlands parallel zur bereits bestehenden Pipeline Nord Stream vor. Die geplante Durchsatzkapazität beträgt insgesamt 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Die Leitung verläuft im Territorialgewässer von Deutschland, Finnland, Schweden und Russland.

    Die USA stehen dem Projekt kritisch gegenüber. Sie üben weiterhin Druck auf die europäischen Länder und insbesondere auf Deutschland aus, um sie zum Verzicht auf den Pipeline-Bau zu bewegen.

    ns/sb

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    Themen:
    Das Ringen um Europas Energie – Alles Wichtige zu Nord Stream 2 (60)
    Tags:
    Frankreich, Deutschland, Österreich, Donald Trump, Ostsee, Verabschiedung, Sanktionen, US-Senat, Nord Stream 2, Gazprom, USA