04:01 12 Dezember 2019
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    Serbische Flagge in Mitrovica, Kosovo

    Vom Westen aktiv unterstützt: Bosnischer Politiker über Vertreibung der Serben aus Kroatien

    © AP Photo / Visar Kryeziu
    Politik
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    Die westlichen Länder haben laut Milorad Dodik, dem Mitglied des Staatspräsidiums von Bosnien-Herzegowina, die kroatische Militäroperation „Oluja“ (dt. Sturm) von 1995 aktiv unterstützt, in deren Ergebnis Hunderttausende Serben aus Kroatien vertrieben und die Republika Srpska Krajina zerstört wurden.

    „Sie (die kroatischen Militärs – Anm. d. Red.) wurden unterstützt und angeregt. Sie erhielten logistische und andere Arten von Unterstützung von den westlichen Kräften, und zuallererst von den USA, Großbritannien und Deutschland. Ohne diese Unterstützung wäre solch eine schreckliche Operation zur Vertreibung von 250.000 Serben (nicht möglich – Anm. d. Red.). … Sie hätten dies nicht tun können, wenn ihre hier durchtrainierten Mentoren ihnen nicht geholfen hätten“, sagte Milorad Dodik bei einer Trauerzeremonie zum Gedenken an die Opfer der ethnischen Säuberungen vom August 1995. Das staatliche Fernsehen Serbiens übertrug die Gedenkaktion.  

    Dodik zufolge sind die im selben Gebiet ansässigen Serben, darunter alte Menschen, Frauen und Kinder, schon während des Zweiten Weltkrieges Opfer der grausamen Verbrechen vonseiten des nationalsozialistischen Unabhängigen Staates Kroatien geworden, die als ein Teil „des „jahrhundertealten Ziels der ethnischen Säuberung Kroatiens“ erfolgt waren.  

    Am Sonntag, dem 4. August, fand auf einem Feld vor dem mittelalterlichen Kloster Krušedol, 70 Kilometer nördlich von Belgrad, die Hauptgedenkveranstaltung zum Andenken an die Opfer der kroatischen Militäroperation von 1995 statt. Daran nahmen der serbische Patriarch Irinej, der einen Gedenkgottesdienst abhielt, der Präsident Serbiens Aleksandar Vučić, der Präsident der Republika Srpska (RS) Željka Cvijanović, das Mitglied des Staatspräsidiums von Bosnien-Herzegowina, Milorad Dodik,  aber auch Regierungsvertreter aus Serbien und der Republika Srpska, politische Vertreter der Serben aus der Region sowie die Einwohner teil.

    Operation „Oluja“

    Die Militäroperation „Oluja“ wurde vom 4. bis  7. August 1995 von der kroatischen Armee und Polizei durchgeführt, um die selbsternannte Republika Srpska Krajina (RSK), also eine 1991 mit Unterstützung von Belgrad in Kroatien gegründete serbische Gebietseinheit, zu vernichten. Der Einsatz endete damals mit dem Sieg der kroatischen Streitkräfte. Sie hatten damit die am Anfang der neunziger Jahre abhandengekommene Kontrolle über ein Fünftel des Territoriums des Landes wiedererlangt. Während der Operation wurden mehr als 200.000 Serben vertrieben und etwa 2.000 getötet.

    Der 5. August wird in Kroatien jährlich als Nationalfeiertag begangen. In Serbien wiederum gilt der „Tag der Erinnerung an die Opfer von Oluja“ als Tag des Gedenkens und der Trauer.

    pd/mt/sna

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