03:39 15 November 2019
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    Sojabohnen in den USA (Archiv)

    Handelsstreit eskaliert erneut: China will keine „Boxbirne“ für USA sein

    © REUTERS / Kia Johnson
    Politik
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    Die chinesischen Behörden haben angeordnet, die Einfuhr US-amerikanischer Agrarerzeugnisse ins Land auszusetzen. Wie die Agentur Bloomberg unter Berufung auf eigene Quellen schreibt, haben chinesische Unternehmen bereits den Import eingestellt und sehen nun zu, wie die Handelsverhandlungen zwischen den beiden Ländern weiter verlaufen werden.

    Die diesbezügliche Entscheidung Pekings fiel gleich nach der Erklärung von US-Präsident Donald Trump, der am Donnerstag, dem 1. August, angekündigt hatte, den restlichen Import aus China im Gesamtwert von 300 Milliarden US-Dollar mit einem Zoll von zehn Prozent zu belegen.

    „China verzichtet auf eine mildere diplomatische Strategie im Handelskrieg und will keine ‚Boxbirne‘ für die USA sein. Die Drohung Trumps, neue Handelszölle zu verhängen, verschlimmert nur die Situation und führt zu einem vollformatigen Handelskrieg“, wurde im Unternehmen Maybank Kim Eng Preserach Pte kommentiert.

    Der Kurs der nationalen Währung Chinas hatte den niedrigsten Stand seit zehn Jahren erreicht. Bei der Börseneröffnung am Montag wurde der US-Dollar erstmals seit 2008 für 7,02 Yuan gehandelt, wobei die psychologisch wichtige Marke von sieben Yuan je Dollar überwunden wurde. Dies geschah, nachdem die Volksbank Chinas den durchschnittlichen Wechselkurs von 6,9225 Yuan je Dollar – den niedrigsten seit Dezember 2018 – festgelegt hatte.

    Indes laufen die schwersten Vorwürfe Trumps gegen Peking darauf hinaus, dass China den Kurs seiner nationalen Währung den Exporteuren zugunsten unfair lenke und außerdem sein Versprechen nicht erfüllt habe, den Import US-amerikanischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu vergrößern, nachdem sich beide Seiten im Juni beim G20-Gipfel auf „Waffenstillstand“ geeinigt hätten.

    China gilt als der weltweit wichtigste Importeur von Soja und Mais, die es in den USA gekauft hatte. Doch mit dem Ausbruch des Handelsstreits im Jahr 2018 erhöhte Peking die Einfuhrzölle für Agrarerzeugnisse aus den USA und verringerte deren Einkäufe.

    Bei der 12. und bisher letzten Runde der Handelsgespräche zwischen Washington und Peking konnten keine Fortschritte im Sinne einer Beilegung des Handelskrieges erzielt werden. Nach der 11. Verhandlungsrunde im Mai 2019, die ebenfalls gescheitert war, hatten die USA und China gegenseitig Handelszölle verhängt. Extrazölle wurden für Importwaren aus China im Wert von 200 Milliarden Dollar und für Importwaren aus den USA im Wert von 60 Milliarden Dollar eingeführt.

    ls/mt

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