15:41 22 November 2019
SNA Radio
    S-400

    Erdogan begründet Kauf von russischen S-400-Systemen

    © Sputnik / Evgeniy Biyatov
    Politik
    Zum Kurzlink
    12998
    Abonnieren

    Die Wahl von Raketenabwehrkomplexen S-400 aus russischer Produktion durch Ankara ist den Worten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zufolge von rein kommerziellen Interessen diktiert worden, berichtet die Agentur Anadolu am Dienstag.

    Wie Erdogan erklärte, sei die Türkei bei ihrer Entscheidung über den Rüstungsvertrag mit Russland nicht von strategischen, sondern von rein kommerziellen Interessen ausgegangen.

    Die Wahl von S-400 durch Ankara erkläre sich mit der unversöhnlichen Haltung seiner Partner, so der türkische Staatschef. „Es gibt keinerlei konkrete Beweise dafür, dass die Fla-Raketenkomplexe S-400 Nato-Systeme bzw. F-35 beeinträchtigen würden“, fügte er hinzu.

    Der Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte zuvor erklärt, die von der Türkei erworbenen Fla-Raketenkomplexe S-400 aus Russland ließen sich nicht in das einheitliche System der Raketenabwehr der Allianz integrieren.

    Erdogan vertritt jedoch die Auffassung, dass US-Präsident Donald Trump die Beziehungen zur Türkei nicht wegen des Kaufs russischer Fla-Raketen-Komplexe opfern werde.

    „Die Sicherheit der Türkei gehört auch zur Sicherheit der Nato und der gesamten Region. Es gibt keinen Beweis dafür, dass S-400 eine Bedrohung (für die F-35-Jagdflugzeuge) darstellt. Ich hoffe, dass Trump die richtige Herangehensweise gegenüber S-400 an den Tag legt und unsere Beziehungen nicht opfert“, sagte Erdogan auf einer Konferenz der türkischen Botschafter in Ankara.

    Der Kauf von S-400 sei keine strategische, sondern eine handelspolitische Angelegenheit, betonte Erdogan.

    „Wir hatten den USA vorgeschlagen, auf allen Ebenen darüber zu diskutieren, und erhielt keine Antwort darauf“, so Erdogan.

    Die USA haben im Juli die Entscheidung bekundet, die Türkei wegen des Kaufs des russischen Raketenabwehrsystems aus dem Kampfflugzeug-Programm F-35 auszuschließen. Die Teilnahme Ankaras an dem Programm soll bis Ende März 2020 definitiv eingestellt werden.

    Wie der Chef der russischen Staatskorporation „Rostec“, Sergej Tschemesow, gegenüber Journalisten sagte, sei Russland bereit, Mehrzweckjagdflugzeuge Su-35 an die Türkei zu liefern, sollte Ankara einen solchen Wunsch äußern.

    ls/mt

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    F-35-Kampfjet, F-35B, F-35, F-35A, S-400, Raketensystem S-400 Triumph, Raketenabwehrsystem S-400