20:30 14 November 2019
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    Touristinnen lassen sich vor dem Schwalbennest-Schloss auf der Krim fotografieren

    Krim nicht Teil Russlands? – Reaktion der Halbinsel auf Erdogans Erklärung

    © Sputnik / Konstantin Michaltschewskij
    Politik
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    Die Position des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, wonach Ankara die Wiedervereinigung der Halbinsel Krim mit Russland nicht anerkennt, enttäuscht und spricht für ein „Liebäugeln“ mit der Ukraine. Nun nahmen Krim-Politiker zur entstandenen Situation Stellung.

    „In der Erklärung von Erdogan sehen wir nicht zum ersten Mal die Politik der doppelten Standards der Türkei. Diese Position enttäuscht uns, weil uns klar ist, dass die Türkei nun de facto mit der ukrainischen Seite hofiert und über die Frage der Krimtataren spekuliert“, sagte der Abgeordnete des Krim-Parlaments, Wladislaw Ganschara.

    Ukrainischer Präsident Wladimir Selenski und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan am 7. August 2019
    © REUTERS / Murat Kula/Presidential Press Office/Handout
    Die Türkei müsse, wenn sie sich um die Rolle eines strategischen Partners von Moskau bewirbt, verstehen, dass die Krim ein fester Teil Russlands sei und diese Frage in keiner Weise anders interpretiert werden könne.

    „Ich bin mir sicher, dass Erdogan de facto versteht, dass die Krim Russland ist. Man muss sich nur öffentlich dazu bekennen, um in der Entwicklung der russisch-türkischen Beziehungen Fortschritte machen zu können“, fügte der Politiker hinzu.

    Sergej Zekow, Mitglied des Komitees für auswärtige Angelegenheiten im Föderationsrat, äußerte sich ebenfalls dazu: „Die Krim wird auch ohne Anerkennung durch die Türkei fortbestehen. Das Wichtigste ist, dass Russland uns als seinen Bestandteil anerkennt. Für die Krim-Bewohner ist es das Wichtigste, und die Meinung anderer Länder (interessiert sie) nur bedingt. “

    Ferner erläuterte er: „Wir berücksichtigen die Meinung der türkischen Seite, aber wir verstehen, dass sie sich in ihrer Position nicht von Wahrheit und Realien leiten lassen, die in der Ukraine in der Zeitperiode des Staatstreiches herrschten; sie beachten nicht, was im Jahre 2014 passiert ist. Wir berücksichtigen die Meinung des türkischen Präsidenten, werden aber unsere Politik unseren nationalen Interessen entsprechend aufbauen.“

    Erdogan trifft sich mit Selenski

    Bei seinem gestrigen Treffen mit dem ukrainischen Staatschef, Wladimir Selenski, hatte Erdogan erklärt, dass Ankara die Wiedervereinigung der Schwarzmeer-Halbinsel Krim mit Russland nicht anerkenne und nach wie vor die Rechte der turksprachigen Krimtataren verteidigen werde. Erdogan versicherte seinem Kollegen, dass die Türkei „immer die Unabhängigkeit der Ukraine unterstützen“ werde.

    Krim als Teil Russlands

    Die Krim war im März 2014 – nach gut 22 Jahren in der unabhängigen Ukraine – wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Halbinsel bei einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Anlass für die Volksabstimmung war ein nationalistisch geprägter Staatsstreich in Kiew.

    Die ukrainische Regierung erkennt die Abspaltung der Krim nicht an. Die westlichen Staaten haben den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch und die von der Opposition gestellte Regierung in Kiew akzeptiert, jedoch nicht das Krim-Referendum. Nach dem Beitritt der Halbinsel zu Russland verhängten die USA und die EU Sanktionen gegen Russland und die Krim.

    ak/ae/sna

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    Tags:
    Wladimir Selenski, Recep Tayyip Erdogan, Ukraine, Krim, Russland