Widgets Magazine
07:07 12 November 2019
SNA Radio
    Wladimir Putin im Kreml (Archivbild)

    Einladung ins Erzgebirge: Olbernhauer Bürgermeister schreibt Putin – Reaktionen gespalten

    © Sputnik / Sergej Gunejew
    Politik
    Zum Kurzlink
    896525
    Abonnieren

    Der Bürgermeister des sächsischen Olbernhau, Heinz-Peter Haustein (FDP), hat Ende Juli den russischen Präsidenten Wladimir Putin in das Erzgebirge eingeladen. Dem Politiker schlägt nun sowohl heftige Kritik als auch Zuspruch entgegen. Eine offizielle Antwort aus Moskau könnte Haustein in nächster Zukunft erhalten.

    Die Einladung hat offenbar einen geschichtlichen Hintergrund: In dem Brief in deutscher Sprache, der der „Freien Presse“ vorliegt, verweist Haustein auf die „außergewöhnlich guten Beziehungen zwischen dem russischen Zarenhaus und der Saigerhütte Olbernhau Grünthal“, die es wiederzubeleben gelte. Laut einer Legende soll der russische Zar Peter der Große bei einer Besichtigung der Grünthaler Saigerhütte auf dem großen Kupferhammer geritten sein.

    Dass diese Einladung tatsächlich von Putin angenommen wird, ist nicht ganz unwahrscheinlich. Darauf soll laut der Zeitung auch die Tatsache hinweisen, dass der Olbernhauer Bürgermeister in dieser Woche den Anruf einer Person „aus dem nahen Umfeld des russischen Präsidenten“ bestätigt habe. Telefonisch sei Haustein zugesichert worden, dass dem russischen Präsidenten das Einladungsschreiben am 31. August vorlegt werde.

    Die Reaktionen auf den Brief des Bürgermeisters waren geteilt. In den sozialen Netzwerken soll es Zuspruch und Kritik gleichermaßen gegeben haben. Die schärfste Kritik kam laut dem Blatt von den Grünen. Die Vorsitzende der Partei im Erzgebirgskreis, Ulrike Kahl, zeigte sich über das Vorgehen russischer Behörden gegen Oppositionelle „erschüttert“. „Putin scheinen Mittel wie Einschüchterung, Repressalien und Gewalt recht zu sein, um gegen die Pro-Demokratie-Proteste vorzugehen“, schreibt die Kreisvorsitzende der Grünen in einer Pressemitteilung.

    Aus der eigenen Partei habe Haustein hingegen Unterstützung erhalten. „Wir begrüßen jede Initiative, die zur Deeskalation zwischen den Ländern Europas beiträgt“, sagt die Vorsitzende der FDP im Erzgebirgskreis, Ulrike Harzer. Zahlreiche Parteimitglieder im Erzgebirge unterhielten Beziehungen in die Ukraine. Um die Spannungen mit Russland zu lösen, müssten die Probleme in Gesprächen thematisiert werden. Ein Besuch des Präsidenten könne dazu beitragen, so die Kreisvorsitzende.

    Auch die sächsische Staatskanzlei habe inzwischen das Einladungsschreiben kommentiert. Regierungssprecher Ralph Schreiber bestätigte ein Gespräch zwischen Michael Kretschmer und dem Olbernhauer Bürgermeister. „In dieser Unterhaltung hat der Ministerpräsident auch sein Okay geben“, so Schreiber.

    Da es sich lediglich um eine Einladung zu Gesprächen handele, habe die sächsische Regierung keine Bedenken bezüglich des Schreibens. Allerdings sei davon auszugehen, dass der russische Präsident nicht auf die Einladung reagiere, vermutet der Regierungssprecher.

    ta/sb

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Michael Kretschmer, Deutschland, Sachsen, Putin