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09:17 21 Oktober 2019
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    Almasbek Atambajew

    Mordvorwürfe gegen Ex-Staatschef Kirgistans erhoben

    © Sputnik / Aleksei Nikolskiy
    Politik
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    Dem ehemaligen Präsidenten Kirgistans, Almasbek Atambajew, werden Mord und andere Kapitalverbrechen vorgeworfen. Dies teilte am Dienstag der Chef der Verwaltung der Staatsanwaltschaft für Überwachung und Ermittlungs- und Fahndungstätigkeit, Samir Bejschekejew, bei einer Pressekonferenz mit.

    „Atambjaew wurden Benachrichtigungen zu einer Reihe von Kapitalverbrechen, wie der Organisation von Massenunruhen, Mord, Mordversuch, Geiselnahme und Gewaltanwendung gegenüber Behördenvertretern zugestellt“, sagte er.

    Laut den Gesetzen des Landes kann Atambajew eine lebenslange Haft drohen.

    Zuvor hatte der Chef des staatlichen Komitees für die nationale Sicherheit, Orosbek Opumbajew, dem Ex-Präsidenten Atambajew vorgeworfen, einen Staatsstreich vorbereitet zu haben.

    „Atambajew brauchte Blut – Das erkläre ich offen! Er brauchte Blut für die Durchführung eines Staatsstreiches“, sagte er.

    Ihm zufolge bereitete sich Atambajew auf Zusammenstöße in seiner Residenz vor: In seinem Haus soll ein Lager von Waffen, darunter auch Scharfschützengewehre und Pistolen, entdeckt worden sein. Der dritte Stock des Gebäudes wurde demnach wie ein Militärbunker befestigt, also mit Feldbunkern und Kampfpunkten für die Verteidigung.

    Opumbajew warf dem ehemaligen Präsidenten vor, auf Beamte der Sondereinsatzkräfte scharf geschossen zu haben. „Das war zynisch, das war Mord! Ich bin mir sicher, dass die Ermittlung es zeigen wird.“

    Seinerseits hatte Atambajew zuvor erklärt, dass er die Waffen eingesetzt habe, als man versucht habe, ihn festzunehmen. Aber er habe versucht, „die Kerle nicht zu treffen“. Nach den ersten Sturmversuchen habe er die Kämpfer gebeten, „nicht gegen das eigene Volk zu schießen“. Atambajew bereut seinen Aussagen zufolge, dass so viele Menschen verletzt worden sind.

    Festnahme von Atambajew

    Am Donnerstag hatten die kirgisischen Sondereinsatzkräfte eine erneute Operation zur Festnahme von Atambajew begonnen. Der ehemalige Staatschef Kirgistans ergab sich nach langen Verhandlungen. Atambajew wurde zusammen mit seinen Beratern Farid Nijasow und Kundus Scholdubajewa in die Landeshauptstadt Bischkek gebracht.

    Operation in Koj Tasch

    Am Mittwochabend hatten Sondereinsatzkräfte einen Einsatz zur Festnahme von Atambajew in seiner Residenz im Dorf Koj Tasch, das 20 Kilometer von der Hauptstadt entfernt ist, durchgeführt.

    Dabei kam es zu Zusammenstößen zwischen Atambajews Anhängern und Kämpfern der Sondereinsatzkräfte. Es wurde von beiden Seiten geschossen. Die Sondereinsatzkräfte setzten bei ihrem Sturm Gummigeschosse und Blendgranaten ein. 

    Am Donnerstag kam es erneut zu Auseinandersetzungen. Die Zahl der Verletzten stieg auf mindestens 136. Ein Beamter der Sondereinsatzkräfte kam ums Leben.

    Nach dem ersten missglückten Sturm wollte der Chef des staatlichen Komitees für die nationale Sicherheit, Orosbek Opumbajew, sein Amt niederlegen. Aber der kirgisische Präsident Sooronbai Dscheenbekow sprach sich dagegen aus.

    Korruptionsvorwürfe gegen Atambajew

    Das kirgisische Parlament hatte Atambajew am 20. Juni die Immunität entzogen und der Staatsanwaltschaft eine Liste der gegen ihn erhobenen Anschuldigungen übergeben. Daraus folgt, dass der Ex-Präsident der Teilnahme an einem korrupten Geschäft zur Modernisierung des Wärmekraftwerkes Bischkek, der Freilassung des Kriminellen-Chefs Asis Batukajew, der Abwicklung unlauterer Terraingeschäfte und weiterer Taten verdächtigt wird. Im Falle eines Schuldspruchs droht Atambajew lebenslange Haft.

    Den Vorlandungen zu Anhörungen hatte Atambajew nicht folgegeleistet und verschanzte sich stattdessen in seiner Residenz in Koj Tasch. Gegenüber Journalisten teilte Atambajew mit: Falls man komme, ihn festzunehmen, werde er zurückschießen. „Ich habe eine Auszeichnungswaffe und werde zurückschießen, wenn man zur meiner Festnahme kommt. Ich sage das für jene Kerle, die kommen werden, mich abzuholen. Sie führen einen illegalen Befehl aus.“

    Atambajew hatte von 2011 bis 2017 das Präsidentenamt innegehabt.

    ak/ip

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    Tags:
    Almasbek Atambajew, Kirgistan