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07:07 16 Oktober 2019
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    Unterstützerin des Wikileaks-Gründers  Julian Assange (Archiv)

    „Free Assange!“ – Prominentes Bündnis will „das Schweigen brechen“

    © AFP 2019 / TOLGA AKMEN
    Politik
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    Weiterhin sitzt der WikiLeaks-Grüner Julian Assange in einem britischen Gefängnis, seine Zukunft ist ungewiss. In den Medien ist es derweil sehr still um den Australier geworden. Ein Prominenten-Bündnis will das Schweigen nun brechen: In einer Videobotschaft formuliert es einen flammenden Appell, um an Assanges wichtige Taten zu erinnern.

    Im April 2019 wurden dem australischen Whistleblower Julian Assange vom neuen ecuadorianischen Präsidenten Moreno sowohl das Asylrecht als auch die Staatsbürgerschaft entzogen. Kurz darauf wurde der Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks in der ecuadorianischen Botschaft von der britischen Polizei festgenommen und am 1. Mai 2019 zu einer Haftstrafe von 50 Wochen verurteilt. Seitdem ist es in den deutschen Medien still um Assange geworden.

    „Wir brechen das Schweigen“

    Mittlerweile haben die USA ihre Anklage unter anderem wegen der mutmaßlichen Offenlegung und Gefährdung von Geheimdienstquellen erweitert. Bei einer Auslieferung könnten Assange bis zu 175 Jahre Haft drohen, sogar eine Todesstrafe ist denkbar. Auf dieses Schicksal und auf die mutigen Taten des Wistleblowers macht nun ein breites Bündnis aus Aktivisten, Politikern, Journalisten und Politikern vehement aufmerksam. Initiiert wurde das Ganze von dem österreichischen Rapper und YouTuber Kilez More.

    Die Liste der Unterstützer, die auch in dem Video zu sehen sind, liest sich wie das „Who is Who“ der deutschsprachigen Friedensbewegung. Zu sehen sind unter anderem Friedensforscher Dr. Daniele Ganser, Aktivist Reiner Braun, Moderator Ken Jebsen, Journalist Mathias Bröckers, Linke-Politiker Diether Dehm, Piraten-Politiker Bruno Kramm, Regisseur Dirk Pohlmann oder auch Musiker Marcel Wojnarowicz von „Die Bandbreite“. Das Videoportal YouTube mit Sitz in den USA hat die Sichtbarkeit des Video-Appells übrigens mittlerweile eingeschränkt.

    „Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd“

    Ihr gemeinsamer Appell: Die Auslieferung Assanges an die USA mit allen Mitteln zu verhindern, da der Australier dort aus ihrer Sicht einem unfairen und politisch motivierten Prozess ausgesetzt wäre. Auch könne seine Auslieferung einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen:

    „Es würde bedeuten, dass jeder Journalist, der wahrheitsgemäße Informationen ans Licht bringt und veröffentlicht, in die USA zur Strafverfolgung ausgeliefert werden kann.“

    Assange hatte auf der Plattform WikiLeaks Tausende von Dokumenten aus dem diplomatischen Schriftverkehr der USA veröffentlicht. Am bekanntesten ist das von der Whistleblowerin Chelsea Manning geleakte Video über den bis heute ungesühnten Mord an Reuters Journalisten im Irak, das sogenannte „Collateral Murder Video“.

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    Tags:
    Gefängnis, Großbritannien, Julian Assange