Widgets Magazine
04:05 23 Oktober 2019
SNA Radio
    Ankunft der US-Raketenabwehrsysteme in Südkorea (Archivbild)

    Pjöngjang: US-Raketen in Südkorea provozieren Wettrüsten

    © Foto: U.S. Forces Korea / Master Sgt. Jeremy Larlee
    Politik
    Zum Kurzlink
    9704
    Abonnieren

    Die Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenraketen der Boden-Boden-Klasse in Südkorea würde die Situation in der Region verschärfen und zu einem Kalten Krieg und einem Rüstungswettlauf führen, geht aus einem Redaktionsartikel der Zentralen Telegraphenagentur Koreas (CTAK) hervor.

    US-Verteidigungsminister Mark Esper hatte einen Tag nach dem Ablauf des Vertrages über nukleare Mittelstreckensysteme (INF-Vertrag) erklärt, er befürworte die baldmöglichste Stationierung landgestützter Mittelstreckenraketen in Asien. Laut einer vom Pentagon verbreiteten Erklärung haben die USA und Australien auf die Notwendigkeit verwiesen, „eine neue Ära“ im Bereich der Rüstungskontrolle einzuleiten. Sie riefen Russland und China auf, sich an den Verhandlungstisch zu setzen, und schlossen dabei die Möglichkeit einer Verlängerung des Vertrages zur Reduzierung strategischer Offensivwaffen (SORT) nicht aus.

    „Noch nicht genug, dass die THAAD-Systeme, die eigentlich geräumt werden sollten, bestehen bleiben. In Südkorea will man neue Angriffswaffen stationieren. Das ist zweifellos ein unbedachter Leichtsinn, der einen neuen Kalten Krieg und ein Wettrüsten im Fernen Osten auslösen und die Situation in der Region verschärfen würde“, heißt es.

    Die im Süden der Halbinsel bereits stationierten amerikanischen Luftabwehrsysteme THAAD seien keineswegs der Sicherheit Südkoreas förderlich, sondern seien berufen, größere Länder in Ostasien einzudämmen und die Dominanz der USA zu sichern, unterstreicht die Agentur.

    Bei der Stationierung neuer Raketen wäre Südkorea „ein Basis-Vorposten für einen Atomschlag der USA bei deren Aggression gegen Korea und Asien“. Dadurch würde Südkorea unvermeidlich „zu einer Zielscheibe für einen Direktschlag regionaler Staaten, die nicht gewillt sind, eine militärische Dominanz der USA zuzulassen“.

    „Ob Seoul den Weg der Selbstzerstörung betritt und dabei zu einem lebenden Schild wird oder mit den eigenen Händen den Herd der Katastrophe wegräumt (…)?“, fragt sich der Autor.

    Der INF-Vertrag ist am 2. August außer Kraft getreten. Washington hatte Anfang 2019 den einseitigen Austritt aus diesem Abkommen angekündigt und Russland beschuldigt, das Abkommen dauernd verletzt zu haben. Moskau weist alle Anschuldigungen zurück. Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnete Anfang Juli ein Gesetz über die Aussetzung des Vertrages.

    Russland hat wiederholt darauf verwiesen, dass es an dem INF-Vertrag festhalte. Laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow habe Moskau sehr ernste Fragen an Washington in Bezug auf die Einhaltung des Vertrages durch die Amerikaner selbst.

    ls/mt

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Pentagon, USA, Südkorea