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07:28 16 Oktober 2019
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    US-Soldaten beim Nato-Manöver in Polen (Archivbild)

    „Wichtige abschreckende Rolle“: Polens Außenminister verteidigt Trumps Plan zu Truppenverlegung

    © Sputnik / Stringer
    Politik
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    Polens Außenminister Jacek Czaputowicz hat gegenüber dpa die von den USA geplante Verlegung ihrer in Europa stationierten Truppen Richtung Osten befürwortet.

    Anfang Juni hatten Medien berichtet, dass Washington und Warschau kurz vor dem Abschluss eines Abkommens über einen Ausbau der US-Militärpräsenz in Polen stünden. Damals ging es um die Aufstockung des in Polen stationierten US-Militärkontingents von 4500 Mann bis auf 5500. Laut Trump sollen keine zusätzlichen Soldaten geschickt werden, sondern 1000 innerhalb Europas versetzt werden. Als mögliches Herkunftsland nannte er damals Deutschland.

    Vorige Woche hatte der amerikanische Botschafter in Berlin, Richard Grenell, unter anderem mit einem Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland gedroht. Grund dafür: Deutschland habe seine Verteidigungsausgaben bisher nicht bis auf zwei Prozent des BIP erhöht und verwende den Handelsüberschuss für heimische Zwecke.

    Zugleich hatte die US-Botschafterin in Polen, Georgette Mosbacher, auf Twitter geschrieben: „Polen erfüllt seine Zahlungsverpflichtung von zwei Prozent des BIP gegenüber der Nato. Deutschland tut das nicht. Wir würden es begrüßen, wenn die amerikanischen Truppen in Deutschland nach Polen kämen.“

    Polens Außenminister begrüßt US-Truppenverlegung nach Osten 

    „Die Präsenz der amerikanischen Truppen in Polen spielt eine sehr wichtige abschreckende Rolle, wichtiger als die gleiche Truppenpräsenz weiter im Westen“, sagte Czaputowicz gegenüber dpa.

    Er hoffe beim Warschau-Besuch vom US-Staatschef Donald Trump in zwei Wochen auf eine Konkretisierung der Pläne. Der amerikanische Präsident Trump besucht Polen vom 31. August bis zum 2. September.

    „Die Entscheidung liegt bei den Amerikanern“, so er weiter. Der Außenminister betonte zwar, dass auch die amerikanischen Soldaten in Deutschland eine wichtige Rolle spielten, verwies aber darauf, dass deren Zahl deutlich größer sei.

    Mit Hinblick auf die jüngsten Aussagen von Grenell sagte Czaputowicz, die Amerikaner seien verärgert darüber, dass Deutschland sich nicht ausreichend verantwortlich für seine Sicherheit fühle und die USA für die Truppenstationierung in Deutschland zahlen müssten.

    „Aus Sicht der Amerikaner scheint das keine gute Investition zu sein. Zur Sicherheit Deutschlands beizutragen, ist in den Augen der amerikanischen Öffentlichkeit nicht ausreichend gerechtfertigt.“

    Ferner teilte er mit, dass Polen über seine Sicherheitslage beunruhigt sei. Grund dafür ist ihm zufolge Russland, das „aggressive Politik betreiben will“. „Russland wird sich den Einsatz militärischer Mittel zwei Mal überlegen, wenn es die Präsenz internationaler Truppen sieht – besonders amerikanischer“, sagte er.

    „Russische Bedrohung“?

    Westliche Politiker äußern sich regelmäßig zu der „russischen Bedrohung“ – am häufigsten Vertreter baltischer Länder und Polens. Dabei hat Moskau mehrfach betont, dass Russland niemals irgendein Nato-Land angreifen werde. Der russische Senator Alexej Puschkow wies darauf hin, dass die Politiker in den baltischen Republiken sich der Tatsache bewusst seien, dass es keine „russische Bedrohung” gebe. Sie würden aber weiter so tun, um ihre Positionen in der Nato zu stärken.

    Wie Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu zuvor angemerkt hatte, wurde die Zahl der Nato-Truppen an der russischen Grenze während der „Hysterie“ in Polen und im Baltikum um das Siebenfache erhöht.

    ak/sb/dpa

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    Tags:
    Jacek Czaputowicz, Truppenverlegung, USA, Russland, Polen, Deutschland