10:59 28 Oktober 2020
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    Die USA sollen laut dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu schon vor dem INF-Ausstieg die Kosten für die Entwicklung neuer Raketen in ihrem Etat festgeschrieben haben.

    „Faktisch vor acht Monaten, fast ein Jahr vor dieser Entscheidung, waren im Haushalt (der USA – Anm. d. Red.) genehmigte und bereitgestellte (…) Mittel für die Entwicklung solcher Raketen aufgetaucht”, sagte Shoigu am Sonntag in einem Interview für den TV-Sender „Rossiya 24“.

    Moskau habe nie auf einen Dialog mit Washington über den INF-Vertrag verzichtet, sondern im Gegenteil auf Offenheit und Transparenz gesetzt.

    „Wir haben die Rakete gezeigt, an der man (in den USA – Anm. d. Red.) Zweifel hatte. Die Amerikaner kamen aber nicht”, sagte der Minister. Wenn man verhandeln wolle, solle man genau das tun. Irgendwann müsse man mit den Winkelzügen aufhören und erklären, dass man keine Einigung erzielen, sondern Raketen stationieren wolle, so Schoigu.

    US-Absichten in Asien nach INF-Ausstieg

    Nachdem der russisch-amerikanische Vertrag über das Verbot von Mittelstreckenraketen am 2. August offiziell ausgelaufen war, sprach sich Pentagon-Chef Mark Esper für eine rasche Stationierung von neuen landgestützten Raketen in Asien aus. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete indes über den Wunsch der US-Regierung, Kapazitäten in der Region zu besitzen, die mit denen Chinas vergleichbar wären.

    Wie die US-Vizeaußenministerin für Waffenkontrolle und internationale Sicherheit, Andrea Thompson, Anfang der Woche mitteilte, haben die USA Beratungen mit ihren Verbündeten über die mögliche Raketenstationierung bereits begonnen.

    Washington hatte zunächst die Einhaltung der Verpflichtungen zum bilateralen Abkommen ab dem 2. Februar 2019 mit der Begründung ausgesetzt, dass Russland dessen Bedingungen systematisch verletze.

    Daraufhin stieg auch Russland aus dem Vertrag aus.

    jeg/sb/sna

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    Tags:
    Raketen, Sergej Schoigu, Russland, USA