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01:31 12 November 2019
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    Der inzwischen in „Adrian Darya 1“ umbenannte iranische Öltanker vor Gibraltar, 18. August 2019

    Gibraltar lehnt Beschlagnahmung von iranischem Öltanker ab – Teheran

    © REUTERS / JON NAZCA
    Politik
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    Im Streit um den vor etwa sechs Wochen vor Gibraltar festgesetzten iranische Supertanker hat die Regierung der britischen Exklave laut Angaben Teherans am Sonntag die von Washington verlangte Beschlagnahmung des Schiffs abgelehnt.

    Aus der Mitteilung der iranischen Regierung mit dem Verweis auf die Zeitung „Gibraltar Chronicle“ geht hervor, dass man in dem britischen Überseegebiet aufgrund der Gesetze der Europäischen Union und der Unterschiede in den Gesetzlagen, die gegen den Iran in der EU und in den USA angewendet werden, dem Gesuch Washingtons zur Beschlagnahmung des Schiffes nicht nachkommen.

    Denn die Verfügung des US-Gerichts sei „untrennbar“ mit den Sanktionen der Vereinigten Staaten gegen Teheran verbunden, die aber mit jenen der Europäischen Union nicht vergleichbar seien.

    Bei dem Schiff handelt es sich um den Tanker „Grace 1“, der kürzlich in „Adrian Darya 1“ umbenannt worden war.

    Der iranische Botschafter in London, Hamid Baeidinejad, teilte diesbezüglich via Twitter mit, dass dieser mit iranischem Erdöl beladene Tanker bereits am Sonntagabend Gibraltar verlassen könnte.

    „Es wird erwartet, dass das Schiff heute Abend abfährt, sobald zwei spezielle Ingenieurgruppen in Gibraltar eintreffen (…)“, so der iranische Diplomat.

    ​Ein Bundesgericht in Washington hatte vergangenen Freitag die Beschlagnahmung dieses vor Gibraltar liegenden iranischen Öltankers, des in diesem Tanker vorhandenen Erdöls sowie von 995.000 Dollar Bankvermögen einer Firma, die Verbindungen zu dem Schiff haben soll, angeordnet. 

    Das US-Justizministerium begründete die Beschlagnahmung mit mutmaßlichen Verstößen gegen US-Sanktionen, Geldwäschegesetze sowie mit Terrorismusstatuten. Das oberste Gericht in Gibraltar hatte jedoch schon zuvor am Donnerstag bekanntgegeben, den festgesetzten Öltanker freizugeben.

    Am 4. Juli dieses Jahres  hatte die britische Royal Navy den iranischen Öltanker „Grace 1“ vor Gibraltar wegen angeblicher Verletzungen der EU-Sanktionen gegen Syrien aufgebracht.

    Dies hatte einen Tankerstreit mit dem Iran zur Folge, da die Islamische Republik am 19. Juli als Antwort darauf  den unter britischer Flagge fahrenden Öltanker „Stena Impero“ in der Straße von Hormus festgesetzt und ihn später zum Hafen Bandar Abbas begleitet hatte. Der Öltanker war laut Teheran in einen Unfall mit einem Fischerboot verwickelt gewesen.

    awm/ae

     

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    Tags:
    Gibraltar, USA, Iran, Öltanker, Tanker