03:26 22 Oktober 2020
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    Die Experten Hans Kristensen und Matt Korda vom Nuclear Information Project der Federation of American Scientists (dt.: Bund amerikanischer Wissenschaftler) haben einen Bericht veröffentlicht, der das Nuklearwaffenpotential und die Atomrüstungspläne der indischen Regierung auswertet. Darüber berichtet die Zeitschrift „National Interest“.

    Demnach hat Neu-Delhi ein ehrgeiziges Programm, das den Einsatz einer vielfältigen Raketentruppe vorsieht, deren Wartung und Betrieb teuer sein werden.

    Indien verfüge derzeit über 130 bis 140 nukleare Sprengköpfe – und weitere würden hinzukommen: Das  LAnd habe schätzungsweise genug militärisches Plutonium, um 150 bis 200 Atomsprengköpfe zu produzieren, und baue mehrere neue Produktionsanlagen für Plutonium, so die Experten.

    Darüber hinaus modernisiere Indien sein nukleares Arsenal weiter: Mindestens fünf neue Waffensysteme würden derzeit entwickelt, die bestehende nuklearfähige Flugzeuge, landgestützte Trägersysteme und seegestützte Systeme ergänzen oder ersetzen sollten.

    Neu-Delhi entwickle unter anderem den bodengestützten Marschflugkörper „Nirbhay“, der der US-Rakete „Tomahawk“ ähnele.

    Nach Schätzungen der Experten baue Indien zudem drei oder vier ballistische atomgetriebene Raketen-U-Boote, die mit Kurzstreckenraketen oder auch größeren Raketem mit einer Reichweite von 2000 Meilen (rund 3219 Kilometern) ausgestattet werden sollten.

    Indiens Atomraketentruppe sei zwar erst fünfzehn Jahre alt, verfüge jedoch bereits über vier Arten von ballistischen Bodenraketen.

    Allerdings verweisen die Verfasser des Berichts auf eine Schwachstelle der indischen Atomstreitkräfte: Im Gegensatz zu den US-amerikanischen sowie zu den russischen seien sie immer noch stark auf Bomber angewiesen. „Trotz der Upgrades werden die ursprünglichen Atombomber alt und Indien sucht wahrscheinlich nach einem modernen Jagdbomber, der in Zukunft möglicherweise die Rolle des luftgestützten Atomangriffs übernehmen könnte“, heißt es im Bericht. In Bezug darauf könnten sechsunddreißig französische Rafale-Kämpfer behilflich sein, die Indien kauft, so die Experten weiter.

    NI hebt jedoch eine Gefahr hervor, die eine Aufstockung des Nuklearwaffen-Arsenals in sich birgt:

    „Da Pakistan und China auch Atomwaffen besitzen, können indische Anführer feststellen, dass mehr Atomwaffen nur zu einem Wettrüsten führen, das paradoxerweise ihre Nation weniger sicher macht“, schrieb Reporter Michael Peck in seinem Beitrag für die Zeitschrift am Sonntag.

    asch/ae

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    Tags:
    Tomahawk-Marschflugkörper, Tomahawk-Rakete, Langstrecken-Marschflugkörper Nirbhay, Atomwaffen, Nuklearwaffen, Indien