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15:33 12 November 2019
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    Ein Mensch beim Computer-Bildschirm (Symbolbild)

    Neue Einheit: Britische Armee errichtet „Russische Front“ nahe Porton Down

    © Sputnik / Kirill Kallinikow
    Politik
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    Ein wichtiges Ereignis in Großbritannien – eine neue Armeedivision wurde ins Leben gerufen. Erstmals seit den letzten Jahrzehnten ist die Zahl dieser Einheiten in den britischen Streitkräften gestiegen. Jetzt werden es drei sein. Allerdings wurde die neue Einheit aus irgendeinem Grund die 6. Division genannt.

    Die der Einheit gestellte Aufgabe ist beeindruckend. 14.500 Soldaten werden sich mit Hybrid-Kriegen und Propaganda befassen. Bei der Präsentation der neuen Einheit wurde auch der Hauptgegner genannt, gegen den an allen Internet-Fronten erbittert gekämpft wird – natürlich ist es Russland.

    Die britische Militärspitze sagt direkt, dass „Soldaten auf dem Schlachtfeld in den sozialen Netzwerken angesichts der russischen Cyber-Gefahren stationiert werden“. Auf offiziellen Webseiten der britischen Streitkräfte heißt es, dass die Soldaten der Division sich schon an der vorderen Linie im Kampf gegen den Gegner befinden. Es stellt sich also heraus, dass London öffentlich Russland bereits den Krieg erklärt (bislang nur im virtuellen Raum) und sogar eine Front gegen uns eröffnet hat. Es wird kaum erstaunlich sein, sollte die neue Einheit die „Russische Division“ genannt werden. Zudem werden auch aktiv Soldaten mit Fremdsprachenkenntnissen angeworben.

    Auch der Stationierungsort wurde wohl nicht zufällig gewählt – die stillgelegte Airbase in Upavon (Grafschaft Wiltshire), 20 Minuten Fahrt vom berühmten Geheimlabor in Porton Down und Salisbury entfernt. Anscheinend beschloss das britische Kommando, dass gerade dort die Frontlinie des Kampfes gegen Russland verläuft.

    Als offizielles Symbol der 6. Division wurde ein weißer Ring auf schwarzem Hintergrund gewählt. Einige Briten sahen darin ein Logo der Marsbewohner aus der alten Marionetten-Science-Fiction-Serie „Captain Scarlet und die Rache der Mysterons“. Na ja, die heutigen britischen Generäle sind wohl in Zeiten aufgewachsen, als diese TV-Serie populär war. Es bleibt nur zu ahnen, welche Symbole in der Armee erfunden werden, wenn Generäle erwachsen werden, die sich in der Kindheit die „Teletubbies“ angeschaut hatten.

    Zu den Aufgaben der neuen Einheit gehören psychologische und Informationsoperationen im virtuellen Raum. Besonderer Schwerpunkt wird auf die sozialen Netzwerke gelegt. Dazu gehören auch Troll-Fabriken, die Russland ständig vorgehalten werden. Diese Fabriken sind Teil der Struktur der Streitkräfte und kämpfen offiziell gegen uns. Wie sich herausstellte, darf so etwas gemacht werden. Eine der Aufgaben der neuen Division ist der Kampf gegen Fake-News, die die Verteidigungsfähigkeit des britischen Königreichs schwächen. Bemerkenswert ist, dass fast alle britischen Zeitungen nur ein einziges Beispiel solcher „Fakes“ anführten. „Im Juni verbreiteten russische Zeitungen Fake-Storys über britische Einheiten in Kroatien“, wie die Zeitung „Daily Mail“ berichtete.

    „In den vergangenen Monaten versuchte Moskau, perfide Narrative zu verbreiten, die gegen die britischen Streitkräfte gerichtet sind. Am Ende des Manövers in Kroatien wurden Fake-Nachrichten im Netz verbreitet, in denen den britischen Soldaten unwürdiges Verhalten vorgeworfen wurde“, schrieb die Zeitung „The Times“.

    Die Geschichte über „russische Fakes“ wird dem britischen Publikum als Beweis dafür vorgelegt, wozu die Haushaltsgelder für die Schaffung der neuen Einheiten ausgegeben werden sollen. Irgendwie führten die Medien keinen Link zur wahren Nachricht an. Kroatische Zeitungen (darunter „Slobodna Dalmacija“ und „Jutarnji list“) schrieben tatsächlich über das unwürdige Verhalten der britischen Soldaten in der Stadt Zadar während des Nato-Manövers im Juni. Die Briten benahmen sich wie Hooligans, beschimpften Einheimische, bezahlten ihre Restaurantrechnungen nicht, machten Frauen an. Diese Geschichten wurden mit Reportagen vor Ort, mit Interviews mit Augenzeugen begleitet.

    Was haben die russischen Medien damit zu tun? Einige von ihnen erwähnten tatsächlich diese Vorfälle unter Berufung auf kroatische Medien. Doch dasselbe machten auch britische Zeitungen. Die Zeitung „The Sun“ veröffentlichte eine Entschuldigung der britischen Botschaft wegen des Verhaltens der Soldaten. Es wurde mitgeteilt, dass fünf Soldaten offiziell angeklagt und von einem kroatischen Gericht bestraft wurden.

    Die Rechtsschutzorgane und die Botschaft Großbritanniens gaben somit zu, dass die Geschichte kein Fake ist. Es wurde also eine Einheit geschaffen, die gegen diese Wahrheit kämpfen wird, die dem Image der britischen Armee schadet.

    Es ist klar, dass alle bösen Geschichten über die Russen mit dem einzigen Ziel verbreitet werden – die wachsenden Ausgaben für militärische Zwecke zu begründen. Bis 2013 sank der Militäretat Großbritanniens auf unter 42 Mrd. Pfund. Nun wächst er ständig, für das kommende Jahr sind erstmals Ausgaben von mehr als 50 Mrd. Pfund geplant. Doch die Armeeführung fordert noch mehr.

    Und nicht nur die Armeeführung. Außenminister Jeremy Hunt kündigte fast unmittelbar nach dem Skandal in Kroatien zusätzliche 18 Mio. Pfund für den Kampf gegen „russische Fake-Nachrichten“ in Osteuropa an. Besonderer Schwerpunkt wurde auf den Balkan gelegt, wobei betont wurde, dass man mit diesem Geld die „freien Journalisten“ unterstützen wolle. Damit sie wohl nicht die Wahrheit über die britischen Hooligans in der Armee, sondern über nützliche Wahrheiten über Russland schreiben.

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    Tags:
    Cyberraum, Hybrid-Krieg, Einheit, Russland, Großbritannien