18:59 28 Januar 2020
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    Russland hat scharfe Kritik am jüngsten Test eines US-amerikanischen Marschflugkörpers geübt. „Erprobungen der neuartigen US-Rakete waren lange vor dem 2. August dieses Jahres geplant gewesen, als der Vertrag über das Verbot von Kurz- und Mittelstreckenraketen erlosch", erklärte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag in Moskau.

    Das sei seit Oktober vergangenen Jahres bekannt, sagte der Chefdiplomat bei der Eröffnung der historischen Dokumentenausstellung „1939. Beginn des Zweiten Weltkrieges“. Dabei meinte er den Besuch von US-Sicherheitsberater John Bolton in Moskau. Dieser habe mitgeteilt, dass die Erklärung von Präsident Donald Trump, wonach ein Ausstieg aus dem INF-Vertrag nottue, keine Einladung zum Dialog, sondern eine endgültige Entscheidung sei.

    „Möglicherweise hatten die USA bereits damals, wenn nicht früher Raketentests vorbereitet, die jetzt durchgeführt wurden und gegen Parameter des einstigen INF-Vertrages verstoßen“, sagte Lawrow.

    Test vom INF-Vertrag verbotener US-Rakete

    Das Pentagon hatte am Montag mitgeteilt, dass erstmals nach dem Aus des INF-Vertrages wieder ein konventioneller landgestützter Marschflugkörper getestet worden sei. Er sei am Sonntag von der Insel San Nicolas in Kalifornien abgefeuert worden und habe sein Ziel nach mehr als 500 Kilometern Flug präzise erreicht. Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Marschflugkörper um eine Tomahawk-Variante.

    Die USA hatten den INF-Vertrag Anfang Februar mit Rückendeckung der NATO-Partner zum 2. August gekündigt. Washington geht davon aus, dass Russland ihn seit Jahren mit seiner Rakete 9M729 (NATO-Code: SSC-8) verletzt. Die USA behaupten, dass die auch atomar bestückbare Rakete rund 2000 Kilometer weit fliegen kann. Russland widerspricht: Der Marschflugkörper hat eine Reichweite von bis zu 480 Kilometern.

    INF-Vertrag

    Der INF-Vertrag verbot den beiden Seiten Entwicklung, Produktion, Tests und Einsatz landgestützter, auch mit konventionellen Gefechtsköpfen bestückbarer Kurz- und Mittelstreckenraketen mit einer Flugweite zwischen 500 und 5500 Kilometern.

    am/dpa

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    Tags:
    INF-Vertrag, Vorwurf, Kritik, Raketentest, USA, Russland, Sergej Lawrow