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    Irans Öltanker Grace 1 am 16. August 2019

    Kurs nach Syrien: Griechenland will iranischem Tanker nicht helfen

    © REUTERS / JON NAZCA
    Politik
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    Griechenland wird dem iranischen Tanker nicht dabei helfen, nach Syrien zu gelangen, so sein erster stellvertretender Außenminister Miltiadis Varvitsiotis, zuständig für europäische Angelegenheiten.

    Der Grund dafür sei die Tatsache, dass Athen unter Druck gesetzt werde. Der Tanker soll in den griechischen Hafen von Kalamata einlaufen – die USA sollen aber mit Sanktionen gedroht haben, wenn er anlegen dürfe.

    „Es ist die Wahrheit, dass wir unter Druck gesetzt wurden und dass die amerikanischen Behörden konkrete Anfragen gestellt haben“, sagte Varvitsiotis in einem Interview mit dem TV-Sender ANT1.

    Griechenland wolle nicht, dass seine Beziehungen zu den Vereinigten Staaten irgendwie belastet würden, es gebe schließlich eine „enge Kooperation“.

    Laut Varvitsiotis fallen das Schiff und die Fracht „nicht unter die EU-Beschränkungen für den Transport von iranischem Öl“, so dass die Behörden von Gibraltar ihn freigelassen haben.

    Der stellvertretende Minister sagte auch, dass die Aussage über den Kurs des Tankers nach Kalamata „nichts bedeutet“.

    „Er erklärte Kalamata zum Bestimmungshafen, aber das bedeutet nichts für den internationalen Verkehr, es kann sich leicht ändern“, sagte Varvitsiotis.

    Er stellte fest, dass der Tanker sehr groß sei und aufgrund seiner Größe nicht in den Hafen von Kalamata einlaufen könne

    Es gebe gar keinen einzigen Hafen in Griechenland, der ihn aufnehmen könnte. Ihm zufolge kann der Tanker in griechischen Gewässern ankern, und in diesem Fall wird es eine Reaktion aus Griechenland geben.

    „Wir wollen den Transport von Öl nach Syrien auf keinen Fall erleichtern. Wir haben ein klares Signal gesendet, dass wir der Schifffahrt nach Syrien nicht helfen werden“, sagte der Diplomat.

    Ferner betonte er auch, dass dieses Thema mit der iranischen Regierung nicht besprochen wurde:

    „Die iranische Regierung hat uns um nichts gebeten. Ich glaube nicht, dass sie an dieser Geschichte beteiligt ist. Es ist ein Privatgeschäft, offensichtlich mit Unterstützung von Teheran“, sagte er und stellte fest, dass die Fracht viel kostet und sich überall außer Europa befinden könne .

    „Die USA haben beschlossen, eine sehr harte Politik gegen den Iran zu verfolgen. Europa und die Vereinigten Staaten haben eine andere Haltung. Das beunruhigt uns. Dies beeinträchtigt die Beziehungen zwischen traditionellen Partnern und Freunden“, sagte Varvitsiotis.

    Griechenland sei besonders daran interessiert, die Situation am Persischen Golf zu normalisieren, da es dort viele Schiffe, die die Interessen Griechenlands vertreten, gebe.

    sm/tm

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    Tags:
    Griechenland