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04:35 19 September 2019
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    Amazonas-Waldbrände

    Amazonas: Bolsonaro macht Umweltschützer für Waldbrände verantwortlich

    © REUTERS / Ueslei Marcelino
    Politik
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    Beispiellose Brände verheeren die Amazonas-Regenwälder, am stärksten sind Gebiete in Brasilien betroffen. Der Präsident des Landes, Jair Bolsonaro, deutet inzwischen auf die möglichen Schuldigen hin.

    Der brasilianische Staatschef vermutet, dass Umweltschutzorganisationen wegen ihres Konflikts mit der Regierung Bolsonaros auf Brandstiftung zurückgreifen würden.

    „Wir nehmen den Nichtregierungsorganisationen ihre Zuschüsse, wir haben die Überweisungen der Regierungsstellen eingestellt. Jetzt fehlt ihnen das Geld”, sagte Bolsonaro am Mittwoch (Ortszeit). „Es kann also sein, dass diese Organisationen gegen mich persönlich und die brasilianische Regierung vorgehen. Das ist ein Krieg, in dem wir uns befinden.”

    Beweise für seine Behauptungen zur Brandstiftung legte er nicht vor.

    Umweltverbände wiesen die Vorwürfe Bolsonaros scharf zurück. „Diese Behauptung des Präsidenten ist unverantwortlich”, sagte der Präsident des Instituts für Umweltschutz (Proam), Carlos Bocuhy, dem Nachrichtenportal G1. „Es hat keinen Sinn, zu behaupten, wir hätten das Feuer gelegt. Das ist absurd.”

    Inzwischen unterzeichnete Bolsonaro am Donnerstag laut Angaben des Nachrichtenportals Globo ein Dekret, das alle Ministerien des Landes auffordert, nach Lösungen beim Kampf gegen die Brände zu suchen.

    Seit Januar nahmen die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zu, berichtete die Zeitung „Folha de S. Paulo”. Insgesamt wurden demnach 72.843 Brände registriert. In den meisten Fällen waren Flächen in Privatbesitz betroffen, aber auch in Naturschutzgebieten und indigenen Ländereien brechen immer wieder Feuer aus.

    Mehrere Forscher verweisen darauf, dass der Niederschlag sowie die Temperatur im Amazonasgebiet für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich sei – die Brände in einem der feuchtesten Ökosysteme der Welt seien deswegen auf die Tätigkeit der Menschen zurückzuführen. Als Gründe werden unter anderem Brandstiftung zur Ermöglichung illegaler Abholzung sowie Waldrodung für den seit Bolsonaros Amtsantritt verstärkt betriebenen Berg- und Landbau genannt. Auch das jüngst vereinbarte Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur, zu dem Brasilien gehört, gerät im Zusammenhang mit den Waldbränden in Kritik.

    msch/sb/dpa

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    Tags:
    Umweltschutz, Waldbrände, Jair Bolsonaro, Amazonasgebiet