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09:42 22 September 2019
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    Der FDP-Chef Christian Lindner (Archivbild)

    Liberalen-Chef Lindner: „Russland sollte bei G7 + 1 wieder mitsprechen“

    © AP Photo / Michael Sohn
    Politik
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    Russland soll laut dem Parteivorsitzenden der FDP, Christian Lindner, in einem Format G7 + 1 wieder mitsprechen. Vor dem G7-Gipfel im französischen Biarritz hat er in einem Interview mit der „Passauer Neuen Presse“ (PNP) dazu aufgerufen, den Dialog mit Moskau wieder zu intensivieren.

    Es macht keinen Sinn, dass die G7-Staaten unter sich darüber diskutieren, wie böse Präsident Putin ist“, sagte Lindner gegenüber der PNP. Er schlug vor: „Russland sollte in einem Format G7 + 1 wieder mitsprechen.“ Das sei die Voraussetzung für eine Entspannung. Vorleistungen bei Sanktionen schloss er aber aus.

    Außerdem forderte der Politiker zwar ein CO2-Limit, warnte aber, dass „viele der Forderungen von Fridays for Future zu sozialen Verwerfungen und gesellschaftlichen Unruhen in unserem Land führen würden“. Man würde Deutschland deindustrialisieren. Die Suche nach Methoden des Klimaschutzes müsse man den Profis überlassen. „Wir sollten bei der Suche nach Methoden Wissenschaftler und Ingenieuren vertrauen, die sich mit technischen Fragen beschäftigen“, so Lindner.

    Im Blick auf die Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg am 1. September warnte Lindner zudem, dass ein Erfolg der Rechtspopulisten dem Wirtschaftsstandort Deutschland schade. „Deutschland braucht als Exportnation Fachkräfte. Eine Partei wie die AfD, die auf Abschottung, Intoleranz und völkisches Gedankengut setzt, ist nicht nur für unser Miteinander, sondern auch für den Wirtschaftsstandort ein Risiko“, so der FDP-Chef.

    Im März 2018 war es gerade Lindner gewesen, der von der Bundesregierung neue diplomatische Initiativen gegenüber Russland verlangt hatte. Eine neue Wehrhaftigkeit des Westens solle auch mit einem neuen Entspannungsdialog verbunden werden: „Ich empfehle heute, die bestehenden Gesprächskanäle mit Moskau zu intensivieren“, sagte Lindner in einem „Welt“-Interview. 

    Zwischen dem 24. und dem 26. August findet in Biarritz der G7-Gipfel statt. Im Blick darauf heizen die westlichen Politiker Spekulationen über eine mögliche Wiederaufnahme Russlands an. US-Präsident Donald Trump meinte in diesem Zusammenhang, er wäre angemessener, wenn Russland Teil der Gruppe wäre. Bundeskanzlerin Angela Merkel, der britische Ministerpräsident Boris Johnson und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verbanden eine mögliche Wiederaufnahme nur mit der Lösung der Ukraine-Krise durch Russland.

    lk/sb

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    Tags:
    Donald Trump, Boris Johnson, Angela Merkel, Emmanuel Macron, G7, Christian Lindner, Fridays For Future