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    Ein iranisches Regierungsflugzeug mit dem Außenminister Mohammad Sarif landet im Flughafen Biarritz während des G7-Gipfels

    Irans Außenminister Sarif überraschend in G7-Gipfelort Biarritz eingetroffen

    © AFP 2019 / GEORGES GOBET
    Politik
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    Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif ist völlig überraschend im französischen G7-Gipfelort Biarritz eingetroffen. Das bestätigte der Sprecher des Außenministeriums in Teheran, Abbas Mussawi, am Sonntag auf Twitter.

    Die Iran-Krise ist eines der Hauptthemen beim Gipfel der sieben führenden Wirtschaftsnationen (G7). Mit der US-amerikanischen Delegation werde Sarif sich nicht treffen, erklärte Mussawi.

    ​Nach Angaben aus Elyséekreisen ist aber Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif nicht als Gast beim eigentlichen G7-Gipfel in Biarritz.

    „Sarif ist nicht eingeladen. Er ist nicht beim G7”, hieß es am Sonntag am Rande des Spitzentreffens in Frankreich.

    Der Iraner werde sich mit dem französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian treffen. Gespräche mit Vertretern der US-Delegation seien zunächst nicht geplant gewesen.

    Die französische Regierung bestätigte am Sonntag die Ankunft.

    „Der Grund für das Gespräch ist, dass es am Vortag eine sehr substanzielle Diskussion der G7-Chefs gegeben hat”, zitiert die Agentur Reuters einen Regierungsvertreter.

    Deeskalation in der Golfregion

    Auf dieser Basis sei es wichtig darüber zu sprechen, wie man eine Deeskalation in der Golfregion erreichen könne. Die G7-Chefs hätten das Thema beim Abendessen am Samstag lang diskutiert. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Italien und Kanada wollen an dem Atomabkommen mit Iran festhalten, das US-Präsident Donald Trump ablehnt.

    Jeder Versuch ist wervoll – Merkel

    Kanzlerin Angela Merkel hat den überraschenden Besuch des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif am Rande es G7-Gipfels in Biarritz als Beitrag zur Konfliktlösung mit dem Iran bezeichnet. Der Überraschungsbesuch Sarifs in Biarritz sei ein Parallelereignis am gleichen Ort, aber keine G7-Bewegung, sagte Merkel am Sonntag am Rande des G7-Gipfel im westfranzösischen Biarritz. Man sei sich aber einig, dass jeder Versuch einer Deeskalation in dem Atomkonflikt mit dem Iran wertvoll sei.

    No comment von Trump

    Trump wollte den Vorgang zunächst nicht kommentieren. Auf die Frage, ob die USA zuvor von dem Besuch Sarifs informiert worden seien, sagte der Regierungsvertreter, dass die französische Regierung in „aller Transparenz mit den USA und den europäischen Partnern” agierten.

    Zwischen den Europäern und US-Präsident Donald Trump gibt es seit Monaten Streit über die Iran-Politik. US-Präsident Donald Trump will den Iran mit maximalem politischen und wirtschaftlichen Druck zu einem Kurswechsel in der als aggressiv erachteten Außenpolitik zwingen. Die Wiedereinführung von Wirtschaftssanktionen hat bislang allerdings lediglich die Spannungen weiter angeheizt - unter anderem mit der Folge, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus als nicht mehr sicher gilt.

    Beim G7-Treffen sollte es um die Frage gehen, wie eine Lösung des Konfliktes aussehen könnte. Länder wie Deutschland und Frankreich erachten den US-Kurs als falsch und gefährlich - vor allem weil er den Erhalt des internationalen Abkommens zur Verhinderung einer iranischen Atombombe bedroht.

    ai/dpa/rtr

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    Tags:
    Mohammed Dschawad Sarif, G7, Iran