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01:29 12 November 2019
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    Trump bedauert Zölle für China nicht stärker angehoben zu haben

    © REUTERS / Jason Lee
    Politik
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    US-Präsident Donald Trump bedauert offenbar, die Zölle auf chinesische Waren nicht noch weiter angehoben zu haben, und sieht sich nicht unter dem Druck von Verbündeten, den eskalierenden Handelskrieg mit China zu beenden. Das widerspricht laut internationalen Nachrichtenagenturen allerdings früheren Aussagen anderer G7-Partner.

    Bei der Zusammenkunft der Staats- und Regierungschefs der G7-Gruppe, der Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Kanada Italien und die Vereinigten Staaten angehören, im südwestfranzösischen Badeort Biarritz trat Trump mehrmals vor die Presse, unter anderem auch im Zusammenhang mit dem Handelskonflikt mit China.

    Am Sonntag bezog sich eine Sprecherin der US-Regierung auf Interpretationen einer Antwort Trumps auf Journalistenfragen. Trump hatte die Frage, ob er das Anheben der Abgaben auf Importe aus China im Nachgang bereue, bejaht und die Augenbrauen hochgezogen.

    „Seine Antwort ist in hohem Maße fehlinterpretiert worden“, so die Sprecherin. „Präsident Trump hat bejahend geantwortet, weil er bedauert, die Zölle nicht noch weiter angehoben zu haben“.

    Trump: G7-Partner „respektieren den Handelskrieg“

    Am Sonntag wollten Journalisten am Rande des Gipfels in Biarritz wissen, ob andere G7-Verbündete den Handelskrieg zwischen Washington und Peking kritisieren. Trump beantwortete die Frage verneinend.

    „Ich denke, dass sie den Handelskrieg respektieren. Das muss passieren“, so Trump.

    Johnson, Macron und Merkel rufen zum Handelsfrieden auf

    Die Handelsstreitigkeiten der USA mit China und Europa und die dadurch belastete Weltwirtschaft stehen am Sonntag im Mittelpunkt der Beratungen der G7-Zusammenkunft. Die Staats- beziehungsweise Regierungschefs von Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich äußerten wiederholt ihre Besorgnis über die wirtschaftlichen Spannungen.

    Der britische Premier Boris Johnson sagte bei dem Treffen mit Trump am Sonntag, er gratuliere dazu, was die US-Wirtschaft erreicht habe. Insgesamt seien die Briten aber gegen Zölle.

    „Wir sind für Handelsfrieden“, zitiert die Nachrichtenagentur France-Presse den Politiker.

    Einer seiner früheren Aussagen zufolge ist er „sehr besorgt“ über die Zunahme des Protektionismus und der Zölle.

    Der französische Präsident, Emmanuel Macron, rief laut der Nachrichtenagentur AP zum Ende der Handelskriege auf, die seiner Meinung nach „überall spürbar“ seien.

    Die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, mahnte Medienberichten zufolge eine „gemeinsame Herangehensweise“ bei globalen Streitfragen an. Kein Land könne die Rahmenbedingungen „alleine festlegen“.

    Handelskonflikt zwischen USA und China

    Donald Trump kündigte in der Nacht zum Samstag die Erhöhung von bereits verhängten Strafzöllen auf chinesische Waren um jeweils fünf Prozentpunkte an. Die Mitteilung erschien nur wenige Stunden nachdem China die Einführung von neuen Antwort-Strafzöllen bekanntgegeben hatte.

    ​Ab dem 1. Oktober würden die bereits verhängten Zölle auf chinesische Importe im Wert von rund 250 Milliarden US-Dollar (222 Milliarden Euro) von 25 Prozent auf 30 Prozent erhöht. Die Strafzölle auf weitere China-Importe im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar (266 Milliarden Euro) sollen von zehn Prozent auf 15 Prozent angehoben werden.

    Am Freitag hatte zunächst das chinesische Handelsministerium zusätzliche Zölle in Höhe von fünf bis zehn Prozent auf US-Waren mit einem Volumen von 75 Milliarden US-Dollar (68 Milliarden Euro) angekündigt. Diese Zölle sollen ebenfalls in zwei Schritten am 1. September und 15. Dezember angehoben werden.

    Der Handelskonflikt zwischen den USA und China dauert seit Sommer 2018 an. Die 12. Gesprächsrunde der zwei größten Volkswirtschaften, die Ende Juli stattgefunden hatte, ging erfolglos aus.

    mo/gs/rtr/dpa

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    Tags:
    Frankreich, G7, Xi Jinping, Donald Trump, China, USA