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    CDU-Politiker und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (Archivbild)

    Kretschmer will mehr Fachkräftezuwanderung und „offenes Klima“ in Sachsen

    CC BY-SA 2.0 / Heinrich-Böll-Stiftung / Stephan Roehl
    Politik
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    Sachsen braucht laut Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) Fachkräftezuwanderung aus dem Ausland und ein „positives und offenes Klima“, wie er gegenüber der „Welt am Sonntag“ erklärte. Ein Grund dafür soll eine „dramatische“ Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in Ostdeutschland in den vergangenen Jahren sein.

    „Die wirtschaftliche Situation in Ostdeutschland hat sich in den vergangenen fünf bis zehn Jahren dramatisch verbessert“, sagte Kretschmer gegenüber der Zeitung.

    „Wir brauchen jetzt in allen Regionen in Sachsen Fachkräftezuwanderung aus dem Ausland.“

    Kretschmer gab zu, dass dies „für Ostdeutsche gewöhnungsbedürftig sei.  „Schließlich haben wir lange Zeit die Erfahrung mit hoher Arbeitslosigkeit und Abwanderung gemacht“. Daher ist es laut dem Politiker wichtig, in Ostdeutschland und Sachsen ein positives offenes Klima zu haben. „In Ostdeutschland dürfen keine Extremisten das Kommando übernehmen und auch keine Politiker, die sagen, wir bräuchten keine Fachkräftezuwanderung“, so der Ministerpräsident kurz vor der Landtagswahl.

    In dieser Hinsicht sprach sich Kretschmer auch dafür aus, für ausländische Facharbeiter die Anerkennung von Berufsabschlüssen zu vereinfachen oder mehr Unterstützung bei Deutschkursen anzubieten. „Bisher machen wir all das komplizierter als nötig“, so Kretschmer. Er erlebe, wie Zeitarbeitsfirmen Fachkräfte aus Polen, der Ukraine und Bosnien in die Regionen brächten.

    „Sachsen ist ein fröhliches, weltoffenes Land, aber das muss es auch bleiben“, betonte er. Rechtsextremisten sind aus seiner Sicht „eine kleine bösartige Minderheit, der wir uns mit Polizei und Justiz massiv entgegenstemmen“.

    Kretschmer greift nach der Macht

    Im Vorfeld der kommenden Landtagswahl in Sachsen versucht Kretschmer, sich sowohl von der AfD als auch von der Linken zu distanzieren. Eine Koalition mit der rechtsgerichteten Partei schließt er bisher aus, „der demokratische Sozialismus“ der Linken scheint ihm ebenso zuwider zu sein. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts Infratest Dimap kann sich die CDU gut eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen um vier Prozentpunkte auf 30 Prozent verbessern und liegt damit nun klar an erster Stelle. Die AfD verliert zwei Punkte und erreicht 24 Prozent. 

    Jedoch hat der sächsische Politologe Werner Patzelt kürzlich in einem Sputnik-Gespräch Kretschmer vor einer Koalition mit den Grünen gewarnt.

    „Sobald die sächsische CDU wunschgemäß mit den Grünen koaliert, wird ein Großteil der CDU-Wähler endgültig zur AfD abwandern“, so Patzelt gegenüber Sputnik.

    Er empfiehlt Kretschmer, doch lieber eine Minderheitsregierung zu wagen. Selbst wenn diese nicht länger als zwei Jahre halte, könnte „die CDU während dieser Zeit mit nun wirklich allen Landtagsfraktionen um eine für Sachsen gute Politik ringen und dabei den Wählern zeigen, bei wem sich politische Substanz findet – und bei wem vor allem Polemik und Heißluft.“

    lk/ae

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    Tags:
    Zuwanderung, CDU, Michael Kretschmer