03:01 15 November 2019
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    Wladimir Putin (L) trifft Donald Trump beim G20-Gipfel in Osaka

    Trump will Russland 2020 zu G7-Treffen einladen – ob der „stolze Putin“ jedoch kommt?

    © Sputnik / Michail Klimentijew
    Politik
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    US-Präsident Donald Trump will seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin zum G7-Treffen 2020 in den USA einladen und hat seine Entscheidung am Montag vor der Presse kommentiert.

    „Ich werde ihn (Putin – Anm. d. Red.) bestimmt einladen“, so Trump in der Pressekonferenz nach der diesjährigen Zusammenkunft der G7-Gruppe im französischen Biarritz.

    Er sei allerdings nicht sicher, ob der russische Präsident kommt, weil das für ihn „psychologisch“ schwer sein könnte.

    „Er ist ein stolzer Mensch“.

    Trump wolle die Folgen, die die Einladung Russlands zum G7-Gipfel für ihn haben könne, nicht berücksichtigen.

    „Ich tue Dinge nicht aus politischen Gründen. Ist das gut? Vielleicht nicht. Vielleicht doch“, so der US-Präsident.

    Macron: Keine Einstimmigkeit über G8 mit Russland

    Trump brachte beim Treffen in Biarritz zum Ausdruck, dass die Wiederaufnahme Russlands in den Kreis der wichtigen Industriestaaten vorteilhaft wäre. Am Montag erklärte der französische Präsident, Emmanuel Macron, dass die G7-Partner keine Einstimmigkeit bei der Rückkehr zum G8-Format mit Russland haben erzielen können.

    „Wir hatten eine lange Diskussion über Russland und die Lage in der Ukraine. (…) Die Diskussion unter den G7-Staats- und Regierungschefs hat uns nicht erlaubt, Einvernehmen über die Wiederherstellung der G8 mit Russlands Teilnahme zu erzielen“, zitieren französische Medien Macron.

    Eines der Hindernisse für Russlands Rückkehr in die Gruppe der wichtigen Industriestaaten sei die ungelöste Krise in der Ukraine. Der französische Präsident und seine Kollegen seien sicher, dass ein Dialog mit Moskau geführt werden sollte.

    Diskussionen über Rückkehr zu G8 mit Russland

    Das G8-Format besteht seit dem Ausschluss Russlands im Jahr 2014 nicht mehr. Die Gipfelteilnehmer begründeten ihre damalige Entscheidung mit der Wiedervereinigung der Halbinsel Krim mit Russland, bei der es sich aus ihrer Sicht um einen illegalen Anschluss handelte.

    Die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, knüpfte am Sonntag eine mögliche Rückkehr zur G8 mit Russland an „Fortschritte bei der Umsetzung des Minsker Prozesses“ bei der Donbass-Regelung. Erst dann könne über die Einbeziehung von Russland in das G7-Format wieder geredet werden, äußerte die Kanzlerin. Diese Meinung sei „von anderen auch vertreten worden“.

    Trump stritt laut Medien mit G7-Kollegen über Wiederaufnahme Russlands

    Das strittige Thema über eine mögliche Rückkehr zur G8 mit Russland führte nach einem Bericht der britischen Zeitung „Guardian” zu einem regen Meinungsaustausch unter den Spitzenpolitikern. Trump betonte demnach mit Nachdruck, dass Wladimir Putin fünf Jahre nach dem Ausschluss des Landes aus der damaligen G8 zur nächsten Zusammenkunft 2020 wieder eingeladen werden sollte.

    Bei der überwiegenden Mehrheit der Diskussionsteilnehmer, darunter EU-Ratspräsident Donald Tusk, habe Trumps Initiative kein Gehör gefunden, schreibt die Zeitung unter Berufung auf diplomatische Quellen in Biarritz. Der japanische Premier, Shinzo Abe, reagierte neutral. Der Einzige, der sich zustimmend äußerte, war laut dem Blatt Italiens Regierungschef, Giuseppe Conte.

    Moskaus Kommentar über mögliche Rückkehr zur G8

    Russlands Außenminister, Sergej Lawrow, betonte, dass Moskau in Bezug auf die G8 keine Anträge gestellt habe und dies auch nicht tun werde. Russland „vermeidet keine Kontakte zu den Ländern, die der G7 angehören“. Die wichtigsten Themen der Weltwirtschaft und -politik würden heutzutage in der G20 behandelt.   

    Russland verzichtete laut dem Kreml Sprecher, Dmitri Peskow, zwar „nie auf ein Kommunikationsformat“, wird sich aber „niemandem aufdrängen“.

    mo/gs/sna

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    Tags:
    G8, G7, Wladimir Putin, Russland, Donald Trump, USA