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02:07 12 November 2019
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    Bau der Pipeline Nord-Stream 2 (Archiv)

    USA gefährden mit Sanktionen gegen Nord Stream 2 eigene Energieprojekte – Handelsblatt

    © Foto: Nord Stream 2 AG / Agiteco
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    Das Ringen um Europas Energie – Alles Wichtige zu Nord Stream 2 (60)
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    Geplante US-Sanktionen gegen Unternehmen, die für die Verlegung der Gaspipeline Nord Stream 2 zuständig sind, könnten auch Öl- und Gasprojekte der USA im Golf von Mexiko beeinträchtigen. Darüber berichtet das „Handelsblatt“.

    Beim Thema Russlandsanktionen herrsche im politisch gespaltenen Amerika jedoch ein überparteilicher Konsens, schreibt die Zeitung. Der Sanktionsdrang sei inzwischen so groß, dass die möglichen Konsequenzen der Strafmaßnahmen in den USA kaum Beachtung finden würden.

    Der Entwurf sehe Sanktionen für Unternehmen vor, die in der Pipeline-Verlegung in Tiefen von 100 Fuß (etwa 30 Meter) unter dem Meeresspiegel aktiv seien. Diese Formulierung sei bewusst gewählt worden, um europäische Firmen wie Allseas mit Sitz in der Schweiz, Wurzeln in den Niederlanden sowie Saipem aus Italien zu treffen, die Pipelines mit hochspezialisierten Schiffen in großen Tiefen verlegen könnten.

    „De facto würde es für Allseas und eventuell auch Saipem kaum noch möglich sein, in den USA Geschäfte zu machen“, so das „Handelsblatt“.

    Allerdings würden diese Unternehmen auch auf dem globalen Energiemarkt eine Schlüsselrolle spielen: Sie seien mit ihren Spezialschiffen nicht nur in der Nord- und Ostsee, sondern insbesondere auch im Golf von Mexiko unterwegs – als Subunternehmen für US-Konzerne wie Chevron und Exxon Mobil – wo die Schiffe von Saipem auch zusätzlich auch nach Öl oder Gas bohren würden. Damit stünden im Fall einer Sanktionierung auch Projekte im Golf von Mexiko auf der Kippe.

    Die US-Energiewirtschaft habe in Washington mehrfach darauf hingewiesen, die beiden Unternehmen würden im Golf von Mexiko dringend gebraucht und seien unverzichtbar.

    Ende Juli hätten sich der National Foreign Trade Council (NFTC) und der US-Russia Business Council in einem gemeinsamen Schreiben an verschiedene Senatoren gewandt und vor den Gefahren von Sanktionen gewarnt. Diese würden außerdem den US-Gasexporteuren schaden, indem sie die europäischen Importeure veranlassten, ihre zukünftigen Importe von US-LNG zugunsten von LNG-Lieferungen aus anderen Ländern zu reduzieren.

    Anfang August hatte der Auswärtige Ausschuss im US-Senat einem Gesetzentwurf zugestimmt, der Sanktionen für Unternehmen vorsieht, deren Verlegeschiffe die Gasleitung Nord Stream 2 bauen. Das neue Sanktionspaket beinhaltet Einreisesperren gegen Manager der betroffenen Verlegefirmen, auch ihre Dollar-Vermögen könnten eingefroren werden. Strafmaßnahmen könnten unter anderem gegen Unternehmen aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich Finnland und Schweden eingeführt werden.

    Das Bauprojekt Nord Stream 2 sieht die Verlegung von zwei Strängen mit einer Jahreskapazität von insgesamt 55 Milliarden Kubikmetern Gas vor. Die Pipeline, die Erdgas von Russland über die Ostsee nach Deutschland transportieren wird, soll noch im laufenden Jahr abgeschlossen werden.

    asch/ae

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    Das Ringen um Europas Energie – Alles Wichtige zu Nord Stream 2 (60)
    Tags:
    Exxon Mobil, Chevron, Konsequenzen, Unternehmen, Europa, Offshore-Dienstleister Allseas, Allseas Group, Saipem, Nord Stream 2, Nord Stream 2, Nord Stream 2, US-Sanktionen, Sanktionen, Deutschland, USA