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01:31 15 Oktober 2019
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    Pristina, Kosovo (Archivbild)

    Kosovo-Einfuhrzölle als Druckmittel: Serbien beziffert Verluste von hunderten Millionen Euro

    © Sputnik / Alexej Witwizkij
    Politik
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    Die Einfuhrzölle, die die kosovarische Regierung im November 2018 auf serbische Importe eingeführt hat, verursachen signifikante wirtschaftliche Schäden. Laut dem serbischen Vizepremier und Handelsminister Rasim Ljajic belaufen sich die Verluste auf mindestens 300 Millionen Euro.

    Dabei seien die Verluste von Herstellern und Transportunternehmen nicht berücksichtigt worden.

    „Wir können mit Sicherheit sagen, dass in den neun Monaten, also vom 21. November bis 21. August, 298 Millionen Euro weniger Waren aus Zentralserbien in den Kosovo geliefert wurden. Diese Verluste betragen täglich 1,087 Millionen Euro“, sagte Ljajic im Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti.

    Der Begleitschaden sei viel größer, so der Minister weiter. Ihm zufolge sind die Transportunternehmen, die Waren in den Kosovo lieferten, und auch solche, die Logistik betrieben, entweder untätig oder gezwungen, sich anders zu orientieren. Darüber hinaus hätten zahlreiche Hersteller und Zulieferer in Zentralserbien Verluste erlitten.

    „Jetzt sind die meisten dieser 2.600 kleinen und mittleren Unternehmen mit Problemen konfrontiert, wobei die größeren Unternehmen einen Ausweg aus der Situation finden, und für die kleinen Produzenten bedeutet dies buchstäblich das Überleben. Ganz zu schweigen von den serbischen Verkaufsstellen im Norden des Kosovo, die nun gezwungen sind, Produkte an anderen Orten zu kaufen oder sich mithilfe alternativer Routen zu versorgen, was ebenfalls ihre Kosten erhöht“, fügte Ljajic hinzu.

    Die kosovarische Regierung hatte im November 2018 Zölle in Höhe von 100 Prozent für Waren aus Zentralserbien eingeführt. Der Schritt soll eine Gegenreaktion unter anderem auf eine Kampagne gegen die Aufnahme des Kosovo in die internationale Polizeiorganisation Interpol gewesen sein.

    Die Aufhebung von Handelsbeschränkungen wird von Belgrad, Moskau sowie den Vertretern der EU und der USA gefordert. Die Kosovo-Serben hatten friedliche Protestaktionen veranstaltet.

    Die bewaffnete Konfrontation zwischen albanischen Separatisten aus der Befreiungsarmee des Kosovo und der Armee und Polizei Serbiens führte 1999 zur Bombardierung Jugoslawiens durch Nato-Truppen. Am 17. Februar 2008 erklärten die kosovo-albanischen Strukturen in Pristina einseitig die Unabhängigkeit von Serbien.

    Die selbsternannte Republik wird von Serbien, Russland, China, Israel, Iran, Spanien, Griechenland und einer Reihe anderer Staaten nicht anerkannt.

    pd/sb/sna

     

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    Tags:
    Balkan, Albanien, Kosovo, Verluste, Zölle, Serbien